Von Integrationskurs bis Zoo
Das innovative Potenzial außerschulischer politischer Bildung
- herausgegeben von
- Märthe-Maria Stamer, Sven Ivens
- unter Mitarbeit von
- Henning Gutfleisch, Natalia Hanauska, Celina Marie Hertel, Marian Hummel, Sebastian Ihle, David Jugel, Maren Jung, Philipp Klingler, Rico Lewerenz, Elia Scaramuzza, Celina Schönbrodt, Anton Strehlow
Sofort verfügbar
| Bestellnummer: | 61777 |
|---|---|
| EAN: | 9783756617777 |
| ISBN: | 978-3-7566-1777-7 |
| ISSN: | 3053-6901 |
| Reihe: | Wochenschau Wissenschaft |
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
| Seitenzahl: | 160 |
MÄRTHE-MARIA STAMER, SVEN IVENS
Einleitung
ELIA SCARAMUZZA
Universitäre Lehr-Lern-Konzepte zur außerschulischen
politischen Bildung als Berufsfeld. Ein Praxisbericht
MARIAN HUMMEL
Kommunalpolitische Bildung (am außerschulischen Lernort).
Eine politikwissenschaftliche und fachdidaktische Reflexion der
politischen Bildung im Lokalen
SEBASTIAN IHLE
Lernen über das gesellschaftliche Verhältnis zu anderen Tieren.
Potenziale von Zoos als außerschulische Lernorte
PHILIPP KLINGLER
Politische Bildung im Integrationskurs: überforderte Lehrende, fehlendes
Material,
unpolitische Themen – oder doch ganz anders? Ergebnisse einer
Fragebogenstudie unter Lehrkräften des Orientierungskurses
DAVID JUGEL, ANTON STREHLOW
„Dafür reicht der Platz hier nicht aus“. Angriffe, Herausforderungen
und Bedürfnisse der außerschulischen politischen Bildung in Sachsen
RICO LEWERENZ, CELINA MARIE HERTEL
Profession der Unsicherheit. Einblicke in die Professionalität und den
Professionskontext der non-formalen politischen Bildung Sachsens
DAVID JUGEL, CELINA SCHÖNBRODT
Politische Bildung auf dem Land.
Potentiale, Herausforderungen
und Strategien jenseits urbaner Räume
NATALIA HANAUSKA
Zugänge zu den Kategorien Legalität
und Legitimität von Protest.
Didaktische und methodische Überlegungen
HENNING GUTFLEISCH
Erfahrungsverlust: Grenzen politischer
Bildung nach Auschwitz
MAREN JUNG
Das Konsensparadox. Epistemologische Perspektiven auf die Grenze
der Kontroversität in der außerschulischen politischen Bildung
NATALIA HANAUSKA
Protest in der historischen Schülerbewegung
als Gegenstand der
politischen Bildung
Henning Gutfleisch
ist Bildungsreferent am Berliner
Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung und Forschung (KOAS). Er
promoviert und lehrt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu den
Bedingungen politischer Bildung nach Auschwitz. Seine Forschungsinteressen sind
Antisemitismusforschung, Bildungs- und Kritische Theorie.
Natalia Hanauska
ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Institut für Demokratieforschung der Georg-August-Universität Göttingen. Ihre
Forschungsinteressen sind Radikalisierungs- und Co-Radikalisierungsprozesse,
Legalität und Legitimität von Protest, linke Militanz, linksradikale Musik
sowie Didaktik des Politikunterrichts.
Celina Marie Hertel
war bis Ende 2024 wissenschaftliche
Hilfskraft an der John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie
(kurz JoDDiD) an der Technischen Universität Dresden. Ihre Forschungsinteressen
sind insbesondere die außerschulische politische Bildung und Bürger:innenbeteiligung
mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendbeteiligung.
Marian Hummel
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Professur für Politische Bildung/Didaktik der Sozialkunde der Katholischen
Universität Eichstätt-Ingolstadt. Seine Forschungsinteressen sind die
Planspielmethode in der politischen Bildung und kommunalpolitische Bildung.
Sebastian Ihle
ist akademischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für
politische Bildung der Universität Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten
zählen Künstliche Intelligenz und politische Bildung sowie
Mensch-Tier-Verhältnisse als Anlass und Auftrag politischer Bildung.
Sven Ivens
ist Leiter des Bildungszentrums Bocholt des
Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Zudem ist er
Doktorand am Institut für Politikwissenschaft der Georg-August-Universität
Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind hybride und digitale Planspiele in
der politischen Bildung und europapolitische Bildung.
David Jugel
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie (kurz JoDDiD) und
lehrt an der Professur für Didaktik der politischen Bildung an der TU Dresden.
Seine Forschungsinteressen sind inklusive politische Bildung, designbasiertes
Forschen und außerschulische politische und demokratische Bildung, insbesondere
in ländlichen Räumen in Sachsen.
Maren Jung
ist Philosophin (M.A.) und wissenschaftliche
Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft an der TU Dresden. Ihr primäres Forschungsinteresse gilt aktuell der
politischen Erkenntnistheorie, insbesondere der Frage, wie politische
Meinungsbildung und gesellschaftlicher Diskurs angesichts von Herausforderungen
wie Polarisierung oder tiefen Meinungsverschiedenheiten gelingen können.
Philipp Klingler
ist Doktorand an der Philipps-Universität
Marburg und Studienreferendar an einer Berliner Sekundarschule. Seine
Forschungsinteressen liegen in den Themenfeldern Demokratiebildung und
Lehrerprofessionalität, Digitalität, Integration und Flucht im Kontext
politischer Bildung sowie in der politischen Europabildung.
Rico Lewerenz
ist Lehrer für Mathematik, Wirtschaft und
politische Bildung an einem sächsischen Gymnasium. Als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der TU Dresden forschte er zu Förderstrukturen und
Professionsverständnissen in der außerschulischen politisch-demokratischen
Bildung. Als Bildungsreferent arbeitet er zu zeitgemäßem Politikunterricht mit
digitalen Elementen und Rapmusik als Zugang zu politischen Diskursen.
Elia Scaramuzza
ist Promovend am Arbeitsbereich Didaktik der
politischen Bildung am Institut für Politikwissenschaft an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz und Lehrer für die Fächer Englisch und
Wirtschaft-Politik/Sozialwissenschaften. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen
gesellschafts-, subjekt- und bildungstheoretische Grundlagen politischer
Bildung, das Verhältnis von schulischer und außerschulischer politischer
Bildung sowie eine geschlechterreflexive politische Bildung.
Celina Schönbrodt
ist Gymnasiallehrerin für die Fächer
Wirtschafts- und Sozialkunde, Geographie sowie Ethik/Philosophie. Im Rahmen des
1. Staatsexamens beschäftigte sie sich mit demokratischer Bildung in Sachsen.
Märthe-Maria Stamer
ist Referatsleitung Kinder- und
Jugendförderung bei der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration
der Freien Hansestadt Bremen. Ferner promoviert sie an der Universität
Göttingen zu politischer Europabildung für wenig erreichte Zielgruppen. Ihre Forschungsschwerpunkte
sind politische Europabildung sowie Potenziale von politischer Bildung in der
Sozialen Arbeit.
Anton Strehlow
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im
Forschungsbereich des Zentrums für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung
in Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte
sind der Studienerfolg und -abbruch in der grundständigen Lehrkräftebildung.
Wochenschau Wissenschaft
Die Digitalisierung prägt Bildung und Didaktik grundlegend – auch in der ökonomischen Bildung. Der Sammelband beleuchtet systematisch Chancen, Herausforderungen und Schnittstellen digitaler Entwicklungen. Die Beiträge zeigen, dass Digitalisierung weit über den Einsatz digitaler Technik hinausreicht: Sie verändert epistemische Grundlagen, didaktische Ansätze, Werthaltungen, Rollenbilder und Kompetenzanforderungen. Die Autor*innen thematisieren unter anderem Einstellungen und Kompetenzen von Lehrenden, erweiterte didaktische Möglichkeiten sowie neue Anforderungen, die die Digitalisierung an die ökonomische Bildung stellt.
Die Frage, wie mit den nationalsozialistischen Verbrechen umgegangen werden soll, beschäftigt die Politik, die Fachwissenschaften und -didaktiken sowie Kunst und Kultur seit dem Ende der faschistischen Herrschaft. Dieser Band schlägt dazu einen breiten, der historisch-politischen Bildung verpflichteten Zugang vor. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah steht somit immer auch mit der Gegenwart in Verbindung. Der Einzelne reflektiert über die eigene Lebenswelt sowie seine Eingebundenheit in wirtschaftliche und gesellschaftliche (Herrschafts-)Strukturen. Zugleich wird er angeregt, die Gesellschaft – demokratisch und den Menschenrechten angemessen – mitzugestalten.
Dieser Band versammelt Beiträge zur Bedeutung von Kritik in Bildung und Wissenschaft. Im Fokus steht, wie kritische Fachlichkeiten Forschung, Unterricht und gesellschaftliche Transformationsprozesse prägen.
Europa lässt sich als ein offenes Projekt zwischen Idee und politischer Realität verstehen. Dieser Band zeigt, wie Jugendarbeit und Jugendpolitik darin auftauchen – kritisch, vielfältig und im Spannungsfeld von Konflikten und Gestaltungsmöglichkeiten.
Der Eurozentrismus in vielen Menschenrechtserzählungen trägt zu praktischer rassistischer Diskriminierung bei. Für eine kritische politische Bildung gilt es, die theoretischen Grundlagen historischer Bildung und Forschung zu überdenken und zu verändern.
Wie kann das Sprechen über religiöse Vielfalt gelingen, und welche Rolle kommt der Wissenschaft dabei zu? Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zeigen das in diesem Band.
Anhand von konkreten Unterrichtsmaterialien, didaktischen Kriterien und authentischen Sachinformationen eröffnen mehrheitlich communitybasierte Beiträge praxisnahe Zugänge der Politischen Bildung zum sensiblen wie heterogenen Themenfeld.
Was darf Kunst? Dieser Frage gehen die einzelnen Beiträge an konkreten Fallbeispielen aus der Unterrichtspraxis nach. Dabei stehen die Grenzen und Freiheiten von Kunst unter dem Aspekt von Demokratie- und Medienbildung im Fokus.
Seit gut einem Jahrzehnt prägen Kompetenzmodelle und Entwürfe für Bildungsstandards die Diskussionen der Politikdidaktik. Jedoch beruht die bisherige Form dieser „Kompetenzorientierung“ – so die These des vorliegenden Buches – auf der weitgehend unreflektierten Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben und dem zweifelhaften Argument der „Anschlussfähigkeit“. Entgegen aller Messbarkeitseuphorie zeigt Christian Meyer-Heidemann die Einseitigkeiten und Widersprüche der so genannten „Empirischen Wende“ der Politikdidaktik auf. Er rehabilitiert einen umfassenderen Anspruch politischer Bildung, der sich nicht auf eine Vermittlung von testbarem Wissen oder einen messbaren Einstellungswandel reduzieren lässt. Seine Argumentation ist inspiriert vom Denken des kanadischen Sozialphilosophen Charles Taylor, dessen wissenschafts- und politiktheoretische Einsichten – gemäß dem politiktheoretischen Ansatz der Politischen Bildung – für zeitgenössische Diskurse der Politikdidaktik herangezogen werden. Schließlich gelangt Meyer-Heidemann zu dem Fazit: Politische Bildung dient vor allem der Selbstbildung und das ihr angemessene Leitbild ist eine gelingende Bürgeridentität.
Rechte Cliquen sind mit ihrem Stil, ihrer Musik, ihren Protestformen und Einstellungen zu einem Bestandteil der deutschen Jugendkultur geworden. Sie stellen Politik, Zivilgesellschaft und Pädagogik vor Herausforderungen, die für die demokratische Entwicklung, politische Kultur und das soziale Klima des Zusammenlebens von besonderer Bedeutung sind. Die vorliegende zweite „Hessenstudie 2007“ untersucht erneut nach der ersten „Hessenstudie 1999“ die Erscheinungs- und Handlungsformen von rechten Jugendcliquen und geht der Frage nach, ob es sich um ein episodales oder um ein längerfristiges, sich verstetigendes Phänomen handelt. Dabei werfen die Autoren einen besonderen Blick auf politische und pädagogische Reaktionen und Umgangsformen in hessischen Kommunen.
Politische Bildung außerhalb der Schule – mitten in der Gesellschaft. In diesem Sammelband werden neue Orte und wichtigen Fragestellungen für die außerschulischen politischen Bildung untersucht. Was gibt es für neue Lernorte und Ansätze im Handlungsfeld, welche Herausforderungen zeigen sich und wie begegnen ihnen politische Bildner:innen?
Der Titel „Selbstständig“ der Festschrift für Andreas Körber betont das Ziel des Geschichtslernens, Schüler:innen zum eigenständigen historischen Denken zu befähigen. Spannende Beiträge adressieren Schwerpunkte von Körbers Arbeit und der Forschung.
Das Buch befasst sich mit der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Zeit und in der Zeit des Nationalsozialismus und zeigt ihre Einbindungen in das Feld des Politischen, wie in die Geschichtskulturen jener Zeit.
Der Band greift Fragen zu den Bereichen Gesellschaft, Bildung und Lernen für, über und mittels Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven auf und skizziert Gesellschaftliches Lernen als umfassenden Bildungsprozess in Schule und Hochschule.
Krieg und Frieden sind sowohl aus historischer als auch politischer Sicht von Bedeutung. Der vorliegende Band arbeitet die Begriffe Krieg und Frieden am Beispiel des Ersten Weltkriegs auf. Die Autoren erläutern alltagsgeschichtliche Beispiele und stellen neue Ansätze wie das Konzept des transnationalen Geschichtsunterrichts oder das binationale Projekt des deutsch-französischen Geschichtsbuchs vor. Des Weiteren werden innovative didaktische Ideen wie die Verwendung von Comics sowie Ausstellungsprojekte und medienpädagogische Vorschläge für den Unterricht zum Ersten Weltkrieg geboten. Im historischen Teil werden die Folgen des Ersten Weltkriegs betrachtet, die sich nicht nur auf das 20. Jahrhundert beziehen, sondern bis in die Gegenwart sichtbar sind. Dazu gehört der Versailler Vertrag und die darin festgelegte deutsche Kriegsschuld mit ihren Konsequenzen für das politische Bewusstsein der Deutschen und dessen Auswirkungen im Blick auf den Aufstieg des Nationalsozialismus. Aber auch die Folgen für die Geschichte Russlands bzw. der Sowjetunion, für ganz Osteuropa, den Balkan und den Nahen Osten werden betrachtet. Die Beiträge zur politischen Bildung befassen sich mit dem modernen Friedensverständnis, Perspektiven, Szenarien und Konzepten für eine friedliche Welt. Diese werden auf Grundlage der Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts für Schule und Erwachsenenbildung aufbereitet.
In diesem Band zeichnen die Autor*innen die gesellschaftlichen und berufsbezogenen Handlungsnotwendigkeiten und -räume sozialer Frauenberufe in ihrer Entwicklungsgeschichte nach.