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Neue Geopolitik

Politikum 2/2019

Bestellnummer: Pk2_19 (Print) / 40848 (PDF)
Autoren/Hrsg.: Johannes Varwick (Hg.)
unter Mitarbeit von: Rudolf Adam, Josef Braml, Nadine Godehardt, Jan Helmig, Robert Kappel, Paul J. Kohlenberg, Kai-Olaf Lang, Stefan Meister, Herfried Münkler, Jan Techau
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenzahl: 80
ISBN: Pk2_19 (Print) / 978-3-7344-0848-9 (PDF)
Reihe: Politikum

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Neue Geopolitik

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Über das Buch

Die internationale Ordnung gleicht seit einiger Zeit eher einer ‚Un-Ordnung‘ ohne klare Konturen, mit widersprüchlichen Tendenzen und hohem Konflikt- und Chaospotential. Die USA ziehen sich aus weltpolitischer Verantwortung zurück und handeln zunehmend nach der Devise ‚America First‘, China hingegen formuliert recht unverhohlen seinen weltpolitischen Führungsanspruch und versucht diesen u. a. mit seiner ‚Seidenstraßeninitiative‘ zu untermauern und Russland denkt mit dem Konzept der ‚Russischen Welt‘ ebenfalls wieder in Kategorien der Beherrschung von Räumen und militärisch abzusichernden Einflusszonen. Zunehmend gerät dabei in Wissenschaft und Politik der Zusammenhang zwischen geographischen Gegebenheiten und politischen Konstellationen wieder in den Blick. Kurzum: Der Begriff ‚Geopolitik‘ erfährt in mancherlei Hinsicht eine Renaissance.
In Deutschland hat Geopolitik dabei aus sehr guten Gründen einen schlechten Ruf. Denker wie Friedrich Ratzel (1844 – 1904) oder Karl Haushofer (1869 – 1946) lieferten die argumentative Grundlage für einen ‚Kampf um Lebensraum‘ und die aggressive nationalsozialistische ‚Blut-und-Boden-Politik‘. So sehr Geopolitik in Deutschland nach 1945 tabuisiert wurde, so sehr blieben allerdings geopolitische Denkmuster im angloamerikanischen Sprachraum und darüber hinaus stets wirkmächtig – und geographische Fakten und Tatsachen beeinflussen den Lauf der Geschichte ja auch in mancherlei Hinsicht unbestreitbar. Dass sie das in veränderter Weise tun und im Zuge der Globalisierung eine ‚Neue Geopolitik‘  vonnöten ist – jenseits von geostrategischen Konkurrenzreflexen und simplistischen Raumkonzepten –, macht die Auseinandersetzung damit spannend.
Diese Ausgabe von  nimmt diese ‚Neue Geopolitik‘ in den Blick. In zwei Grundsatzbeiträgen wird zunächst aus unterschiedlichen Perspektiven konzeptionell auf Geopolitik geblickt, einmal eher kritisch mit dem Plädoyer für ein postmodernes Verständnis und einmal eher klassisch mit der Begründung für eine Art Ehrenrettung. Zudem werden geopolitische Vorstellungen dreier großer Mächte – USA, China und Russland – analysiert und gefragt, wie sich Deutschland den veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen stellen soll. In einem Interview werden die langen Linien geopolitischen Denkens herausgearbeitet und in einem Forums-Beitrag wird argumentiert, dass die EU eine strategische Sensibilisierung benötigt.

Inhaltsübersicht

 

Schwerpunkt
Über Möglichkeiten, Raum zu denken
Räumliche Bezüge dienen als emotionale Ret-
tungsanker und Geländer des Denkens. Klassische
Geopolitik reduziert aber politische Konfl ikte auf
räumliche Ursachen und Politik wird zum Beifahrer
der Geschichte. Das greift deutlich zu kurz.

 

Schwerpunkt
Eine diff erenzierte Ehrenrettung der Geopolitik
Geopolitik hat zu Recht keinen guten Ruf. Der Miss-
brauch geopolitischer Denkfi guren sollte jedoch
nicht den Blick dafür verstellen, welche grundlegen-
den Herausforderungen geographische Tatsachen
für die Politik aufwerfen. Zeit für eine Ehrenrettung.

 

 

 

Schwerpunkt
Die Geo-Ökonomie der USA
Das Ziel der USA ist zunehmend die Verhinderung
eines chinesischen und europäischen Einfl usses in
der Wirtschafts-, Währungs- und Handelspolitik.
Konsequenz sollte eine aktive Souveränitätspolitik
Europas sein.

 

Schwerpunkt
Russische Geopolitik in der polyzentrischen Welt
Russisches geopolitisches Denken steht konträr zur
Vorstellung von einer multilateralen Ordnung auf
Basis geteilter internationaler Normen und Prin-
zipien. Eine geopolitische Konkurrenz mit Moskau
kann nicht länger ignoriert werden.

 

Schwerpunkt
Konnektivitätspolitik: Geopolitik auf Chinesisch
Der chinesischen Führung geht es nicht mehr darum,
das Land an die bestehende internationale Ordnung
anzupassen, sondern die Welt an China.

 

 

 

 

Pro & Contra
Deutsche Außenpolitik: verkehrt oder bewährt?
Wie soll sich Deutschland den veränderten geopoliti-
schen Rahmenbedingungen stellen und was bedeutet
dies für die deutsche Außenpolitik?

 

Interview
Herfried Münkler über die langen Linien
geopolitischen Denkens
Globale Normordnungen dürften in der praktischen
Politik an Bedeutung verlieren und geopolitische
Fragen sind zurück. Wer fixiert ist auf Wertebindung,
der hat keinen Blick für die veränderten
geopolitischen Konstellationen.

 

Forum
Strategische Blindheit am Ende:
Die EU braucht eine balancierte Geopolitik
Lange Zeit war dem europäischen Projekt geopoli-
tisches Denken fremd. Doch die EU benötigt eine
strategische Sensibilisierung.

 

 



Neue Geopolitik

Jan Helmig
Konstruktive Geopolitik. Über unterschiedliche
Möglichkeiten, Raum zu denken      4

Rudolf G. Adam
Geopolitik als politisches Argument.
Eine differenzierte Ehrenrettung      14

Josef Braml
Die Geo-Ökonomie der USA      22

Stefan Meister
Russische Geopolitik in einer
polyzentrischen Welt      30

Nadine Godehardt und Paul J. Kohlenberg
Konnektivitätspolitik: Geopolitik
auf Chinesisch?      38


Pro & Contra

Jan Techau: Deutsche Außenpolitik muss
strategischer werden      47

Robert Kappel: In der Falle der Geopolitik.
Deutsche Außenpolitik hat sich bewährt      52


Interview

mit Herfried Münkler
„Von dem Augenblick an waren
geopolitische Fragen wieder da“.
Über die langen Linien geopolitischen
Denkens      56


Forum

Kai-Olaf Lang
Schluss mit strategischer Blindheit.
Die EU braucht eine balancierte Geopolitik      62


Rezensionen

Bücher zum Thema      68
Das besondere Buch      72
Bücher zu Politik und politischer Bildung      74

Literaturtipps     78


Zu den Autoren

Dr. Rudolf G. Adam
ist Politikberater und Publizist und war u.a. Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik und Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes.

Dr. Josef Braml
ist USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und Autor des Buches ‚Trumps Amerika – Auf Kosten der Freiheit‘. Aktuelle Analysen veröffentlicht er auch über seinen Blog: usaexperte.com

Dr. Nadine Godehardt
forscht zur chinesischen Außenpolitik mit einem besonderen Fokus auf Chinas globaler Konnektivitätspolitik und Geopolitik. Sie ist stellvertretende Forschungsgruppenleiterin der Forschungsgruppe Asien an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Dr. Jan Helmig
ist Lehrbeauftragter der Universität Bielefeld. Zu seinen Forschungsinteressen gehören u.a. Theorien der Internationalen Beziehungen (IB), insbesondere in Verbindung mit Sicherheitspolitik.

Prof. Dr. Robert Kappel
(Jahrgang 1946) lehrte am Institut für Afrikanistik der Universität Leipzig und war lange Jahre Präsident des GIGA German Institute of Global and Area Studies‘, Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg.

Dr. Paul J. Kohlenberg
ist Wissenschaftler im DFG-Projekt ‚Which region?‘ der Forschungsgruppe Asien an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Dr. Kai-Olaf Lang
ist Senior Fellow am Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Er zählt zu den führenden europäischen Osteuropaexperten.

Dr. Stefan Meister
war lange Jahre Osteuropaexperte bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin und arbeitet seit April 2019 für die Heinrich-Böll-Stiftung.

Prof. Dr. Herfried Münkler
lehrte bis zu seiner Emeritierung im Oktober 2018 politische Theorie und Ideengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist einer der führenden deutschen Intellektuellen und viele seiner Bücher gelten als Standardwerke.

Jan Techau
(Jahrgang 1972) ist Senior Fellow und Direktor des Europaprogramms beim German Marshall Fund of the United States in Berlin. Er ist Autor des Buches ‚Führungsmacht Deutschland. Strategie ohne Angst und Anmaßung‘.

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