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Geschichtsbilder des Nationalen in Europa
geschichte für heute 4/2026
Wie wird Geschichte in Russland, Polen und Deutschland instrumentalisiert und zu welchen Zwecken? Polen zwischen den Großmächten im Osten und im Westen litt durch seine Teilungen und durch den sogenannten „Hitler-Stalin-Pakt 1939“ enorm unter dieser Lage und hat aus diesem Opfernarrativ ein nationales Selbstbild entworfen, das die Selbstvergewisserung in einer Rückbesinnung „auf die Helden und Opfer der Nation“ fokussiert.Ein Opfernarrativ bedienen auch nationalistische Kräfte in Deutschland, die die Erinnerungskultur der Bundesrepublik nach 1945 umdeuten und ein Bild der nationalen Stärke zeichnen wollen. Jens-Christian Wagner zeigt auf, wie sich dieses Narrativ in der Gedenkstättenarbeit negativ bemerkbar macht.Auch das gegenwärtig in Russland vorherrschende Narrativ ist illiberal, im Unterschied zu den beiden anderen europäischen Beispielen aber an imperialen Großmachtambitionen orientiert. Immo Rebitschek belegt diese russische Lesart der Geschichte am Geschichtslehrbuch für die Oberstufe, das im April 2022 zum ersten Mal veröffentlicht und 2023 auch in den besetzten Gebieten der Ukraine verteilt wurde.In allen drei Fällen wird die Vielfalt der Instrumentalisierung der Geschichte deutlich, um eine eigene nationale oder gar imperiale Überlegenheit zu beanspruchen. In Europa zeigt sich ein Zeitgeist, der im Kampf um Hegemonien die Deutung der Geschichte als wichtiges kulturelles Mittel begreift, um Herrschaft zu erringen oder zu stützen. Jens-Christian Wagners Postulat, kritisches Geschichtsbewusstsein zu fördern, ist daher ein politisch immer notwendigerer Akt, auch im Geschichtsunterricht.
Wie wird Geschichte in Russland, Polen und Deutschland instrumentalisiert und zu welchen Zwecken? Polen zwischen den Großmächten im Osten und im Westen litt durch seine Teilungen und durch den sogenannten „Hitler-Stalin-Pakt 1939“ enorm unter dieser Lage und hat aus diesem Opfernarrativ ein nationales Selbstbild entworfen, das die Selbstvergewisserung in einer Rückbesinnung „auf die Helden und Opfer der Nation“ fokussiert.Ein Opfernarrativ bedienen auch nationalistische Kräfte in Deutschland, die die Erinnerungskultur der Bundesrepublik nach 1945 umdeuten und ein Bild der nationalen Stärke zeichnen wollen. Jens-Christian Wagner zeigt auf, wie sich dieses Narrativ in der Gedenkstättenarbeit negativ bemerkbar macht.Auch das gegenwärtig in Russland vorherrschende Narrativ ist illiberal, im Unterschied zu den beiden anderen europäischen Beispielen aber an imperialen Großmachtambitionen orientiert. Immo Rebitschek belegt diese russische Lesart der Geschichte am Geschichtslehrbuch für die Oberstufe, das im April 2022 zum ersten Mal veröffentlicht und 2023 auch in den besetzten Gebieten der Ukraine verteilt wurde.In allen drei Fällen wird die Vielfalt der Instrumentalisierung der Geschichte deutlich, um eine eigene nationale oder gar imperiale Überlegenheit zu beanspruchen. In Europa zeigt sich ein Zeitgeist, der im Kampf um Hegemonien die Deutung der Geschichte als wichtiges kulturelles Mittel begreift, um Herrschaft zu erringen oder zu stützen. Jens-Christian Wagners Postulat, kritisches Geschichtsbewusstsein zu fördern, ist daher ein politisch immer notwendigerer Akt, auch im Geschichtsunterricht.
21,90 €
Zugänge zur Public History
Formate – Orte – Inszenierungsformen
Geschichte in der Öffentlichkeit hat Konjunktur. Beteiligt sind die unterschiedlichsten Institutionen, Medien und Professionen. Es existiert eine Vielzahl von Präsentationsformen mit jeweils spezifischen Vermittlungsanlässen, -intentionen und -reichweiten. Dieser Band soll einen ersten Überblick darüber vermitteln, unter welchen Rahmenbedingungen und Zielvorgaben in einzelnen Teilgebieten von Public History gearbeitet wird. Die Beiträge greifen Beispiele für einzelne Formate (Film und Computerspiel), Orte (Museum und Gedenkstätte) sowie Inszenierungsformen (Theater und Reenactment) auf. Die Autorinnen und Autoren stellen teils grundsätzliche Überlegungen an, teils setzen sie neue konzeptionelle Akzente oder berichten über ungewöhnliche Einrichtungen und Aktivitäten. Die knappen und eingängigen Texte eignen sich gut als Seminarlektüre.
Geschichte in der Öffentlichkeit hat Konjunktur. Beteiligt sind die unterschiedlichsten Institutionen, Medien und Professionen. Es existiert eine Vielzahl von Präsentationsformen mit jeweils spezifischen Vermittlungsanlässen, -intentionen und -reichweiten. Dieser Band soll einen ersten Überblick darüber vermitteln, unter welchen Rahmenbedingungen und Zielvorgaben in einzelnen Teilgebieten von Public History gearbeitet wird. Die Beiträge greifen Beispiele für einzelne Formate (Film und Computerspiel), Orte (Museum und Gedenkstätte) sowie Inszenierungsformen (Theater und Reenactment) auf. Die Autorinnen und Autoren stellen teils grundsätzliche Überlegungen an, teils setzen sie neue konzeptionelle Akzente oder berichten über ungewöhnliche Einrichtungen und Aktivitäten. Die knappen und eingängigen Texte eignen sich gut als Seminarlektüre.
15,99 € - 19,90 €