Neuerscheinungen
Der Begriff „postfaktisch“ – 2016 Wort des Jahres – konnotiert eine Zeit, in der Ideen der Aufklärung wie der Bezug zur Wissenschaft oder das Bemühen um Rationalität verdrängt werden von Fake News, Irrationalität und Emotionalität. Gefühlte Wahrheiten oder populistische Narrative werden politisch wie gesellschaftlich wirkungsmächtiger als wissenschaftliche Erkenntnisse oder überprüf- und belegbare Fakten. Soziale Medien verstärken den Einfluss von Fake News und gezielt gestreuten Narrativen auf die individuelle wie öffentliche Meinungsbildung. Damit verliert die schulische Bildung einen ihrer wesentlichsten Bezugspunkte: die Auseinandersetzung mit einer real existierenden Außen- und Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler im fachlichen wie erzieherischen Bildungsprozess hin zur Entwicklung einer kritisch-mündigen Persönlichkeit. Ideologiekritik in einer postfaktischen KI-Ära muss sich diesen Herausforderungen für Geschichtslehrerinnen und -lehrer stellen. Diese Ausgabe von gfh beginnt mit einem Interview: Klaus Uhrig ist Gründer und Geschäftsführer der Medien-Produktionsfirma Plotprodukt, die gerade an einem Podcast über Leni Riefenstahl arbeitet – „[…] und Riefenstahl lügt, sobald sie den Mund aufmacht“ (Klaus Uhrig). Philipp McLean widmet sich in seinem Beitrag fachwissenschaftlicher Theorie und wirft theoretische Perspektiven auf Ideologiekritik in der historischen Bildung. Unterrichtspragmatisch greift Jochen Pahl dann das Konzept der immanenten Kritik auf und entwickelt methodische, materialgestützte Herangehensweisen für den Geschichtsunterricht am Beispiel von Leni Riefenstahl. Pahl arbeitet als „transformatives Potenzial“ (Philipp McLean) von Ideologiekritik den Gegenwartsbezug am Beispiel des Themas „Kunstfreiheit“ heraus. Er führt alle drei Beiträge – Interview zum Leni-Riefenstahl-Podcast, Ideologiekritik in Theorie und Unterrichtspraxis – zusammen und rundet das vorliegende Heft damit ab.
Wie kann das Sprechen über religiöse Vielfalt gelingen, und welche Rolle kommt der Wissenschaft dabei zu? Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zeigen das in diesem Band.
Antiziganismus wirkt als strukturelle Diskriminierung bis heute. Das Heft analysiert historische Kontinuitäten und zeigt, wie Ausgrenzung von Sinti* und Roma* in Bildung und Verwaltung fortbesteht.
Diese WOCHENSCHAU will Schüler*innen bei der Auseinandersetzung mit dem Phänomen Rechtsextremismus anleiten. Im Fokus stehen dabei aktuelle Erscheinungsformen, Akteure und Strukturen des Rechtsextremismus in Deutschland.
Wie gelingt antisemitismuskritische Bildung in Zeiten sozialer Verhärtung und stereotyper Deutungen? Der Band zeigt, wie Antisemitismus in Bildungsstrukturen wirkt, und eröffnet neue Perspektiven zwischen Ideologiekritik und pädagogischer Praxis.
Was ist gute politische Bildung – und gibt es überhaupt schlechte? Der Leitfaden verbindet aktuelle fachdidaktische Debatten mit konkreten Unterrichtsbeispielen und bietet besonders Berufsanfänger/-innen eine verlässliche Orientierung für Planung, Durchführung und Reflexion sozialwissenschaftlichen Unterrichts.
Der Eurozentrismus in vielen Menschenrechtserzählungen trägt zu praktischer rassistischer Diskriminierung bei. Für eine kritische politische Bildung gilt es, die theoretischen Grundlagen historischer Bildung und Forschung zu überdenken und zu verändern.
Der russische Angriffskrieg hat den Bedarf an fundiertem Wissen zur Geschichte Russlands stark erhöht. In einer einzigartigen Kooperation haben der VGD, das Nordost-Institut an der Universität Hamburg sowie das GEI ein Themenheft zur russischen Demokratiegeschichte entwickelt. Die Materialien verbinden historische Forschung mit modernen didaktischen Standards und sind mit Arbeitsaufträgen versehen direkt im Unterricht einsetzbar. Durch alternative Entwicklungen und demokratische Ansätze hinterfragt das Heft den Mythos eines autoritären „Sonderwegs“ und stärkt quellenkritisches, multiperspektivisches Arbeiten.
Wie muss Frieden heute konzeptionell gedacht werden, damit ein gewaltfreier Konfliktaustrag nicht mit dem Streben nach Sicherheit kollidiert? Wie kann Frieden unter den Bedingungen einer politisierten und globalisierten Welt funktionieren? Dieser Band erläutert die Grundlagen des friedenslogischen Diskurses. Sein Ziel ist es, eine verbreiterte Teilhabe zu ermöglichen, die Relevanz der Schlüsselkategorie Frieden für die Außen- und Innenpolitik begreifbar zu machen und zur Anwendung der friedenslogischen Prinzipien in der Sicherheits- und Menschenrechtspolitik, in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit ebenso wie in der Kommunalen Konfliktbearbeitung und der alltäglichen Lebenswelt anzuregen. Für die 2. Auflage wurde der Band komplett aktualisiert und um ein neues Kapitel zu einer versöhnungsorientierten Perspektive für die Überwindung von Kolonialität erweitert.
Was macht eine Demokratie aus und wie misst man sie? Schüler*innen werden in dieser WOCHENSCHAU selbst zu empirischen Demokratieforscher*innen und analysieren aktuelle Entwicklungen weltweit. Sie betrachten Russlands schrittweise Entwicklung zur Autokratie anhand eines Zeitstrahls und untersuchen am Beispiel Brasilien, wie Autokratisierung gestoppt werden und eine demokratische Kehrtwende gelingen kann. Mit Blick auf die Situation in Deutschland fragt das Heft: Wie viele Deutsche befürworten eine Diktatur? Wie steht es um die Zufriedenheit mit der Demokratie in Ost und West? Zum Abschluss di…
How do exams assess historical learning today? Take a look into 28 history exams from around the world.
Oliver Held präsentiert Karikaturen aus internationalen Archiven, ausgewählt für maximalen Kompetenzzuwachs. Konsequente multiperspektivische Paare, problemorientierte Aufgaben und aktuelle Bezüge ermöglichen zukunftsbedeutsames Lernen.
Dieses umfassende Praxishandbuch bietet zahlreiche Ansätze zum Umgang mit antidemokratischen Herausforderungen an und integriert Erfahrungen eines europäischen Projekts. Es enthält 40 interaktive Übungen für die Bildungspraxis.
Zwei Autorengruppen erläutern, was gute politische bzw. ökonomische Bildung ausmacht.Was ist gute politische Bildung? Hier erhalten Sie konkrete Antworten auf die Kernfrage modernen politischen Unterrichts. Die beteiligten Autorinnen und Autoren zählen zum Who’s who der Politikdidaktik in Deutschland: Anja Besand, Tilman Grammes, Reinhold Hedtke, Peter Henkenborg (†), Dirk Lange, Andreas Petrik, Sibylle Reinhardt und Wolfgang Sander. Jedes Kapitel folgt einem einheitlichen und transparenten Schema: Was ist das Problem? Was sind die relevanten Kontroversen? Was ist das didaktische Minimum? Es folgen ein Beispiel und eine Zusammenfassung sowie Literaturtipps zum Weiterlesen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Politikunterricht ganz konkret verbessern können!Was ist gute Ökonomische Bildung? Das Buch gibt Orientierung für einen zeitgemäßen sozioökonomischen Unterricht. Die Autorengruppe Sozioökonomische Bildung präsentiert Ideen und Perspektiven, Leitlinien und Prinzipien sozioökonomischer Bildung und verbindet sie mit unterrichtsrelevanten Gegenständen und Methoden. Dazu greifen die Autor*innen Themen und Probleme aus dem ökonomischen Alltag der Lernenden auf und verorten sie in größeren Zusammenhängen. Dabei thematisieren sie auch allgemeine wirtschaftliche und politische Herausforderungen. Die Beiträge verknüpfen Theorie und Praxis und zeigen auf vielfältige Weise, wie man guten sozioökonomischen Unterricht gestaltet, die Lernenden als Subjekte ernst nimmt und ihre Bildung in den Mittelpunkt stellt.
Eingeschränkte zivilgesellschaftliche Räume und zunehmender Druck auf Engagement verändern die Bedingungen politischer Öffentlichkeit. Was bedeutet es, wenn Civic Spaces unter Druck geraten? Wie bleibt Zivilgesellschaft handlungsfähig? Diese Ausgabe des Journals geht diesen Fragen nach und beleuchtet, welche Konsequenzen sich daraus für politische Bildung ergeben.
Dieses Heft nimmt Rüstungsdynamiken umfassend in den Blick. Die Autor:innen durchleuchten die Krise der Rüstungskontrolle, adressieren Strategien wichtiger Akteure und diskutiert kontrovers neue technologische Herausforderungen im Bereich Rüstungskontrolle wie auch die deutsche (Auf-)Rüstungspolitik.
Soll zuerst das Klima gerettet oder soziale Belange verbessert werden? Der Autor entpackt das Henne-Ei-Problem der BNE und zeigt, dass Gerechtigkeitsdebatten die SDGs und deren Zielkonflikte in der Unterrichtspraxis vereinen.
Der reich bebilderte und verständlich geschriebene Band über die frühen Demokratiebewegungen in Südwestdeutschland bietet eine Fülle von Originaldokumenten und thematischen Zugriffen – z. B. Informationen zu einzelnen Regionen, Erinnerungsorten und Akteur:innen sowie deren Familienbiographien. Er ist für den Einsatz in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, aber auch zur privaten Lektüre bestens geeignet.
Russlands Großangriff auf die Ukraine brachte den Krieg nach Europa zurück. Dieses Buch zeichnet anhand von rund 150 herausragenden zeitgenössischen Karikaturen die lange Vorgeschichte des aktuellen Konflikts chronologisch nach.
Die WOCHENSCHAU bearbeitet u. a. die globalen Auswirkungen von Konsum und Produktion, wissenschaftliche Modelle sowie Unternehmensziele. Dabei werden vielfältige Methoden und Arbeitsblätter genutzt, u. a. soll ein Blogbeitrag mit KI erstellt werden.
Rechtspopulistische und rechtsextreme Akteure instrumentalisieren Zielkonflikte im Natur- und Umweltschutz, um Maßnahmen zu delegitimieren und antidemokratische Narrative zu verbreiten. Die Handreichung bietet dafür klare Gegenstrategien, praxisnahe Bildungsansätze und Hinweise auf Beratungsstellen.
In diesem Band liefern die Autor*innen eine Vielzahl von Quellen aus der Weimarer Republik - direkt aus dem Bundesarchiv und aufbereitet für den Geschichtsunterricht. Dabei decken sie eine Vielzahl von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen ab.
Inklusion ist eine Querschnittsaufgabe im bürgerschaftlichen Engagement. Das Jahrbuch führt in Anlehnung an Zugangshürden (13 Schwellen) im Vierten Engagementbericht hierzu Impulse, Diskursansätze und Debattenbeiträge zusammen.
Mehr als zehn Jahre nach der ersten Ausgabe erscheint der "Monitor politische Bildung an beruflichen Schulen" in einer vollständig überarbeiteten Neuauflage. Auf Grundlage der Erhebung von 2014 und einer Nacherhebung aus den Jahren 2023 bis 2025 bietet der Band eine aktuelle Bestandsaufnahme politischer Bildung an beruflichen Schulen und macht Entwicklungen, Kontinuitäten und neue Herausforderungen sichtbar. Die Neuauflage greift nicht nur zentrale Grundfragen des Feldes erneut auf, sondern erweitert die Perspektive deutlich – unter anderem um Themen wie Partizipation, demokratische Schulkultur, Extremismus, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Damit ist der Band weit mehr als eine Überarbeitung der ersten Auflage: Er ist ein aktueller Beitrag zur Frage, welche Bedeutung politische Bildung in der beruflichen Bildung heute hat und wie sie gestärkt werden kann.



















