Fachbücher im Wochenschau Verlag für politische, historische und ökonomische Bildung
Lange Zeit galten die USA im Geschichtsunterricht als das leuchtende Beispiel für eine stabile, durch checks and balances austarierte Demokratie. Doch dieses Bild hat tiefe Risse bekommen. Diese Ausgabe widmet sich schwerpunktartig der Frage, warum die Erosion des US-amerikanischen Systems nicht nur ein Thema der Politikwissenschaft, sondern eine Kernaufgabe für den Geschichtsunterricht ist.
Gesellschaftliche Polarisierung, soziale Ungleichheit und autoritäre Tendenzen rücken Solidarität und Empowerment ins Zentrum politischer Bildung. Dieses Heft fragt, was Gesellschaften zusammenhält und wie politische Handlungsfähigkeit wachsen kann. Die Beiträge führen von rassismuskritischer Jugendbildung über Arbeitswelt und queere Jugendarbeit bis zur Gemeinwesenarbeit. Sie zeigen, wo Selbstermächtigung, Teilhabe und kollektives Handeln zusammenfinden und wo Spannungen bleiben.
Für eine Kultur des Friedens Wie können Konflikte konstruktiv gelöst werden und wie lassen sich Friedensprozesse nachhaltig gestalten? Wie können die Vereinten Nationen, die UN-Charta und das Völkerrecht gestärkt werden? Das Buch analysiert die Risiken, die mit der aktuellen Sicherheitspolitik und der militärischen Aufrüstung verbunden sind. Es liefert Denkanstöße für eine Friedensgestaltung und zeigt Wege auf, wie über Diplomatie und Krisenprävention Konflikte entschärft werden könnten. Das Konzept der Friedenslogik wird vorgestellt und friedenslogisches Handeln erklärt.
Dieser Band versammelt Beiträge zur Bedeutung von Kritik in Bildung und Wissenschaft. Im Fokus steht, wie kritische Fachlichkeiten Forschung, Unterricht und gesellschaftliche Transformationsprozesse prägen.
Geschlechterdarstellungen in Politiklehrwerken sind bislang wenig untersucht. Diese Dissertation macht stereotype Muster sichtbar und reflektiert deren Bedeutung für die Thematisierung von Geschlechterungleichheiten in der politischen Bildung.
In Krisenzeiten erhält die politische Bildung gerne die Aufgaben der Feuerwehr: Sie soll das Klima retten, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und autoritären Entwicklungen zur Rettung der Demokratie entgegenwirken. Wie Akteur*innen der politischen Bildung hiermit umgehen können, diskutieren die Beiträge dieses Sammelbands.
Die Reihe eröffnet neue Perspektiven auf Grundschule und Grundschulpädagogik. Sie greift aktuelle nationale und internationale Diskurse auf, verbindet theoretische, empirische und konzeptionelle Zugänge und widmet sich Herausforderungen und Zukunftsfragen einer Grundschule im Wandel – von Inklusion, Demokratiebildung und Ganztag bis hin zu Bildung für nachhaltige Entwicklung und globalem Lernen. Die Reihe richtet sich damit an Akteur*innen aus Praxis und Wissenschaft gleichermaßen. Der erste Band enthält Impulse für Studium, Schule und Forschung und lädt dazu ein, Grundschule zu reflektieren, weiterzudenken und zukunftsorientiert mitzugestalten.
Niklas Fischer zeigt, wie die „Neue Rechte“ mit ihren Publikationen zentrale Konsense der NS-Aufarbeitung infrage stellt und versucht, das gesellschaftliche „Meinungsfenster“ im Sinne ihrer völkischen Ideologie zu verschieben. Im Mittelpunkt stehen Erzählungen von „deutschen Opfern“, verlorener Identität und angeblicher „Überfremdung“, die als Folge einer vermeintlich linken Hegemonie gedeutet werden. Die Analyse arbeitet die Muster dieser metapolitischen Agitation heraus – von der Klage über die „Nazikeule“ bis zur Kritik am „Schuldkult“ – und macht die Funktion der geforderten „erinnerungspolitischen Wende“ sichtbar. Abschließend entwickelt Fischer Anregungen für einen reflektierten Umgang mit solchen Deutungskämpfen in Bildungsprozessen.
Kaum ein Begriff prägt die Selbstbeschreibung demokratischer Gesellschaften gegenwärtig so stark wie der der Polarisierung. Er erscheint als Signatur unserer Zeit, in politischen Debatten ebenso wie in medialen Deutungen und sozialwissenschaftlichen Diagnosen. Doch je selbstverständlicher von einer „gespaltenen Gesellschaft“ die Rede ist, desto weniger klar wird, was damit eigentlich gemeint ist: ein messbares Auseinanderdriften von Einstellungen, eine verschärfte Wahrnehmung unterstellter Gegensätze, eine affektive Zuspitzung politischer Gegnerschaft oder ein diskursives Phänomen, das die beklagte polarisierte Spaltung selbst mit hervorbringt? Dieses Politikum-Heft setzt der vorschnellen Diagnose eine genauere Betrachtung entgegen. Polarisierung ist kein einheitliches Phänomen, sondern ein Bündel miteinander verschränkter Prozesse, die auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Sinnvoller als von der Polarisierung zu sprechen ist es daher, Polarisierungen in den Blick zu nehmen, ihre soziale, kulturelle, affektive, diskursive und institutionelle Ausprägung mit je eigener Logik. Die Autor:innen prüfen empirisch, ob sich Einstellungen tatsächlich voneinander entfernen - oder vor allem deren Wahrnehmung. Sie rekonstruieren, wie politische Akteure, Medien und digitale Öffentlichkeiten Gegensätze kommunikativ verschärfen. Sie analysieren affektive Dynamiken von Misstrauen und politischer Abwertung bis in die Mitte der Gesellschaft hinein. Und sie fragen, wie Parlamente, Wählermärkte und die lokale Demokratie diese Spannungen verarbeiten oder verstärkt unter Druck geraten.Damit zielt das Heft auf eine entscheidende Klärung. Es trennt analytisch, was zu oft verschwimmt: legitimen demokratischen Streit von dysfunktionaler Polarisierung, die Systemvertrauen und Kompromissfähigkeit untergräbt. Für gesellschaftliche Akteure, politische Praxis und politische Bildung liegt darin der eigentliche Gewinn. Denn wer Demokratie verteidigen will, muss zuerst verstehen, was sie gefährdet und was sie ausmacht.
Die Digitalisierung prägt Bildung und Didaktik grundlegend – auch in der ökonomischen Bildung. Der Sammelband beleuchtet systematisch Chancen, Herausforderungen und Schnittstellen digitaler Entwicklungen. Die Beiträge zeigen, dass Digitalisierung weit über den Einsatz digitaler Technik hinausreicht: Sie verändert epistemische Grundlagen, didaktische Ansätze, Werthaltungen, Rollenbilder und Kompetenzanforderungen. Die Autor*innen thematisieren unter anderem Einstellungen und Kompetenzen von Lehrenden, erweiterte didaktische Möglichkeiten sowie neue Anforderungen, die die Digitalisierung an die ökonomische Bildung stellt.
Rechtsextreme Einzeltäter sind selten „plötzliche Ausnahmen“ – sie sind Produkt einer Dynamik von innerer Krise und äußerer Resonanz. Dieses Buch entwickelt dafür einen neuen Ansatz: Es verbindet psychologische Radikalisierungsprozesse wie Entfremdung, Ohnmacht, Sinnsuche, Kompensation und kognitive Verzerrungen mit politikwissenschaftlichen Bedingungen wie der Normalisierung extremistischer Diskurse, verschobenen Sagbarkeitsgrenzen, Populismus, digitaler Kommunikation und identitärer Metapolitik. So entsteht eine integrative Theorie, die Fälle rechtsextremer Einzeltäter erklärbar macht – und konkrete Warnsignale sowie Ansätze für Prävention aufzeigt.
Europa lässt sich als ein offenes Projekt zwischen Idee und politischer Realität verstehen. Dieser Band zeigt, wie Jugendarbeit und Jugendpolitik darin auftauchen – kritisch, vielfältig und im Spannungsfeld von Konflikten und Gestaltungsmöglichkeiten.
Demokratie wird häufig aus der Perspektive der Politik erklärt. Dieses Buch erweitert den Blick: Es führt verständlich in zentrale Begriffe des demokratischen Systems ein und zeigt, wie die im Grundgesetz verankerte Staatsgewalt organisiert ist und wie sie vom Volk ausgehen soll.Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur politische Institutionen, sondern vor allem die Bürger*innen als handelnde Akteur*innen. Carla Riepenhoff macht deutlich, welche Möglichkeiten sie haben, über Legislative, Exekutive und Judikative Einfluss zu nehmen, Rechte wahrzunehmen und Demokratie aktiv mitzugestalten.Praxisnahe Hinweise ergänzen die Einführung und zeigen, wie demokratische Beteiligung konkret aussieht.
Queere Jugendliche und Erwachsene begegnen pädagogischen Fachkräften in Schulen, Kitas, Jugendhilfe, Sozialer Arbeit und Erwachsenenbildung. Sie stellen Fragen nach Zugehörigkeit, Anerkennung, Schutz und Selbstbestimmung – und treffen dabei oft auf heteronormative Strukturen. Das Praxishandbuch Queerpädagogik zeigt, wie Fachkräfte diesen Spannungsfeldern sicher, reflektiert und praxisnah begegnen können. Die Beiträge verbinden Grundlagenwissen mit Einblicken in queere Lebenswelten und behandeln Themen wie Diskriminierung, Gewalt, Beratung, Netzwerkarbeit, sexuelle Gesundheit und Intersektionalität. Fallbeispiele, Merkkästen und Tools helfen dabei, queersensible Haltung in professionelles Handeln zu übersetzen. Ein fundierter Begleiter für alle, die Vielfalt im pädagogischen Alltag wirksam gestalten wollen.
Fake News/Meinungsfreiheit, Umwelt, Gerechtigkeit, Asyl und Religionsfreiheit – diese Themen prägen die heutige Zeit, auch Schüler*innen spüren dies. Im Rahmen eines Projekts der Jungen Akademie hielten Schüler*innen ihre Wahrnehmungen (politischer) Begriffe in Bildern fest. Diese Projektergebnisse sind die Grundlage für das Unterrichtsmaterial dieses Buches zu ausgewählten Artikeln des Grundgesetzes. Darüber hinaus werden Reflexionen zum Projekt und Ideen zur Umsetzung an der eigenen Schule geteilt. Es lohnt sich: Bilder eröffnen neue Zugänge über einen Weg, der im Politikunterricht selten angeboten wird.
Dieses Lehr- und Studienbuch ist das erste, das den professionellen Umgang mit Schulbüchern der politischen Bildung umfassend vermittelt. Es zeigt Schritt für Schritt, wie Politikschulbücher analysiert, didaktisch verstanden und kritisch bewertet werden können. Auf Basis einer empirisch fundierten Politikdidaktik bietet der Band unmittelbar einsetzbare Verfahren für Lehre und Selbststudium.
Historische Karten eröffnen faszinierende Perspektiven auf Räume und Weltbilder der Vergangenheit. Damit sie im Unterricht mehr leisten als Illustration, liefert das Buch die nötigen Entstehungs- und Nutzungskontexte. Beispiele von der Antike bis zur Neuzeit, passende Textquellen und Arbeitsaufträge stärken Analyse- und Urteilskompetenz im Geschichtsunterricht – digital, quellenbasiert und fächerübergreifend.
Welche impliziten „Spielregeln“ nutzen Jugendliche im Umgang mit Geschichte? Diese Frage untersucht Daniel Fastlabend-Vargas am Beispiel von Deutungsaushandlungen zu Kolonialfotografien anhand kontrastiver Gruppendiskussionen. Auf Grundlage einer praxeologischen Perspektive auf geschichtskulturelle Praktiken werden kontrastive Umgangsweisen sichtbar – von konventions- und kenntnisorientierten bis hin zu lebensweltlichen und gesellschaftskritischen Zugängen. Darüber hinaus rekonstruiert die Studie Spannungsfelder der Deutung von Kolonialgeschichte, des Umgangs mit Perspektivität und der Geschichtsvorstellungen Jugendlicher, aus denen sich Impulse für Theorie und Praxis ableiten lassen.
Die Beiträge der WOCHENSCHAU-Sonderausgabe 2026 widmen sich Ansätzen, Konzepten, Herausforderungen, Chancen sowie Risiken im Themenfeld KI und Unterricht: Welche KI-Tools existieren für Schule und Unterricht, was zeichnet sie aus, warum lassen sie sich (nicht) empfehlen? Wie ändert sich Lernen und Kompetenzförderung durch KI? Wie können Lehrkräfte erkennen, ob Aufgaben von Schüler*innen selbst oder von der KI erledigt wurden? Wie kommen Critical Digital Literacy und KI zusammen? Wie können Lehrer*innen KI sinnvoll für den Unterricht, Planung und Korrekturen nutzen? Kann KI Diagnostik und individualisiertes Lernen fördern? Wo steht die Forschung zu politischer Bildung, Politikdidaktik und KI?
Mit der Lehrplanreform 2023 wurde für das Fach Geschichte und Politische Bildung in Österreich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Kompetenzorientierung, fachliche Konzepte und reflexive Grundbildung bilden den Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Faches. Der Band versammelt die Beiträge der 14. Jahrestagung der Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreich (GDÖ) und bietet Einblicke in aktuelle geschichts- und politikdidaktische Forschung. Neben dem vollständigen Lehrplantext und dem offiziellen Lehrplankommentar behandeln die Beiträge Themen wie Demokratiebildung, historisches und politisches Denken, Wissensbestände, Europabildung sowie innovative empirische Forschungszugänge.




















