Pragmatistische Politikdidaktik und Demokratielernen

Ein Studienbuch

von
Armin Scherb

Nach dem Richtungsstreit der 1970er Jahre war die Hinwendung zu praktischen Fragen des politischen Unterrichts mit einem Verzicht auf Theoriebildung einhergegangen. Dennoch wurde der Pragmatismus immer wieder als „Metatheorie“ der politischen Bildung vermutet, aber als solche nie expliziert. Die Pragmatistische Politikdidaktik leistet diese Explikation und ermöglicht im Anschluss an die Kompetenzdebatte eine Grundlegung zentraler Bausteine des Faches, zum Beispiel die Förderung politischer Urteilsbildung.

Bestellnummer: 61532
EAN: 9783756615322
ISBN: 978-3-7566-1532-2
Reihe: Grundlagen politische Wissenschaft
Erscheinungsjahr: 2022
Seitenzahl: 216
Produktinformationen
Nach dem Richtungsstreit der 1970er Jahre war die Hinwendung zu praktischen Fragen des politischen Unterrichts mit einem Verzicht auf Theoriebildung einhergegangen. Dennoch wurde der Pragmatismus immer wieder als „Metatheorie“ der politischen Bildung vermutet, aber als solche nie expliziert. Die Pragmatistische Politikdidaktik leistet diese Explikation und ermöglicht im Anschluss an die Kompetenzdebatte eine Grundlegung zentraler Bausteine des Faches, zum Beispiel die Förderung politischer Urteilsbildung.
Inhaltsübersicht

Einleitung

Pragmatistische Politikdidaktik und Demokratie(lernen)

Systematik des Studienbuchs

Was ist Pragmatismus?

 

TEIL I: Rezeptionen des Pragmatismus in der politischen Bildung

1. Die halbierte Pragmatismusrezeption bei Friedrich Oetinger

1.1 Kooperation, reflektierte Erfahrung und Übung

1.2 „Wahrheit“ als Ergebnis von Kooperation

1.3 Reduzierter Politikbegriff

1.4 Halbierte Dewey-Rezeption und Reste der NS-Ideologie

 

2. Impliziter Pragmatismus in den politikdidaktischen Konzeptionen

2.1 Die zuerst „verdeckte“, dann eklektizistische Rezeption bei Hermann Giesecke

2.2 Rolf Schmiederers Schülerorientierung

2.3 Näherungen an pragmatistisches Denken bei Bernhard Sutor

2.4 Wolfgang Sander: Teilkompatibilität von Radikalem Konstruktivismus und Pragmatismus

Exkurs 1: Grundannahmen des Radikalen Konstruktivismus

 

3. Bekenntnisse zum Pragmatismus: Proklamation ohne (hinreichende) Explikation

3.1 Pragmatismusbezüge in Walter Gagels Didaktik

3.2 Pragmatismus in Tilman Grammes’ „Kommunikative(r) Fachdidaktik“

3.3 Gerhard Himmelmann: Pragmatismus als Implikation des Demokratielernens

 

TEIL II: Der Pragmatismus als explizite Bezugstheorie

1.Der Pragmatismus als allgemein-pädagogische Theorie des Lernens und der Schule

1.1 Deweys Begriff der Erfahrung

1.2 Pragmati(sti)scher Lernprozess als Forschungsprozess

1.3 Lern- und Schulkultur

1.4 Schule und Demokratielernen als soziales Lernen

 

2. Der Pragmatismus als Theorie des politischen Lernens

2.1 Von der Lebenswelt zur Politik

2.2 Der Gebrauch der Dinge: Übertragung auf das politische Lernen

 

3. Der Pragmatismus als Theorie der Politischen Bildung

3.1 Normativität und Pragmatismus I: John Dewey

3.2 Normativität und Pragmatismus II: Charles Sanders Peirce

            3.2.1 Die Pragmatische Maxime

            3.2.2 Personalistische Implikationen der Pragmatischen Maxime

            3.2.3 Pragmatismus und Utilitarismus

Exkurs 2: Abgrenzungen

 

4 Pragmatistische Normativität und Demokratielernen

4.1 Kompetenzebenen des Demokratielernens

4.2 Pragmatistische Begründungskonzepte des Demokratielernens

            4.2.1 Prozessualisierung des Konflikts: Das Prinzip OFFENHEIT

            4.2.2 Paxisreflexion als meta-kognitive Identifizierung werthaltiger Urteilskriterien

            4.2.3 Transzendentalpragmatik: Die performative Begründung ethischer Minima

            4.2.4 Schlussfolgerungen

 

TEIL III: Bausteine einer pragmatistischen Politikdidaktik

1. Sinnorientierung als pragmatistisches Prinzip

1.1 Sinnorientierung als Pädagogisierung: Der Anspruch des Subjekts

            1.1.1 Sinnorientierung und Problemorientierung/Erfahrungsorientierung

            1.1.2 Sinnorientierung und Handlungsorientierung

            1.1.3 Sinnorientierung und Erlebnisorientierung

1.2 Sinnorientierung als Re-Politisierung: Der Anspruch der Sache POLITIK

            1.2.1 Politische Schlüsselprobleme

            1.2.2 Fachliche Standards

1.3 Sinnorientierung als Konvergenz von Lebenswelt und Politik

 

2. Politische Urteilsbildung als Problemlösungsprozess

2.1 Die subjektiv-biografische Eingangssituation

2.2 Rationalität und Urteilsbildung

            2.2.1 Kategoriale Urteilsbildung

            2.2.2 Moralische Urteilsbildung: Reflexivität und Moralität

            2.2.3 Kommunikativität der Urteilsbildung

 

3. Institutionelle „Offenheit von Schule“ als strukturelle Voraussetzung der freien Lerngemeinschaft

3.1 Demokratische Schulgemeinde: Der Aspekt der Schulsystemverfassung

3.2 Demokratische Schulgemeinde: Der Aspekt der Schulbetriebsverfassung

            3.2.1 Demokratische Schulgemeinde als Fortentwicklung der Just-Community

            3.2.2 Gestaltungsbereiche einer Schulbetriebsverfassung

 

TEIL IV: Pragmatistische Politikdidaktik und Unterricht

1.Bausteine der Pragmatistischen Politikdidaktik

 

2. Unterrichtsbeispiele

2.1. Beispiel für die Sekundarstufe I: „Rektorin Kohler ändert das Wahlverfahren“

2.2. Beispiel für die Sekundarstufe II: Parteiverbot und Demokratie

Autor*innen
Prof. i. R. Dr. habil. Armin Scherb lehrte Didaktik der Politik und Gesellschaft an der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg.
Stimmen zum Buch
„Nun legt der Autor […] ein handliches Konzentrat seiner Position in einem Studienbuch vor, das besonders gut zur Einführung für den professionellen Nachwuchs der politischen Bildnerinnen und Bildner geeignet ist.“

Klaus-Peter Hufer, POLIS 1/2023

Grundlagen politische Wissenschaft

Pragmatistische Politikdidaktik und Demokratielernen
Ein Studienbuch
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Gesellschaft und Politik befinden sich im Wandel. Dies fordert auch die politische Bildung heraus. Die Beiträge dieser Einführung stellen verschiedene Ansätze vor, wie auf diese Herausforderungen – in Theorie und Praxis – reagiert werden kann. Die Bandbreite der vorgestellten Zugänge, Handlungsfelder und Konzepte verdeutlicht, „was politische Bildung alles sein kann“. Vier Themenbereiche gliedern das Buch:•     Was das Zusammenleben in pluralen Gesellschaften herausfordert•      Welche Grundlagen die politische Bildung diskutiert•      Wo politische Bildung stattfindet•      Wie politische Bildung auf internationale Perspektiven reagiertDie Einführung soll Interesse wecken, Anregungen geben und Mut machen für die eigene politische Bildung in Schule, Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Sozialer Arbeit und an Hochschulen – oder wo immer sie stattfindet.

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