Vom Generalrichter im „Dritten Reich“ zum Ersten Beigeordneten in Glashütten/Ts.

Der Werdegang von Dr. jur. Manfred Roeder

von
Benno Hafeneger

Dr. jur. Manfred Roeder war ein brutaler Militärrichter der NS-Justiz und überzeugter Nationalsozialist. Das zeigen vor allem seine Anklagen und die Todesurteile gegen Mitglieder der „Roten Kapelle“. Er bleibt bis weit in die 1950er Jahre in die rechtsextreme Szene eingebunden. Mit seinem Umzug nach Glashütten/Ts. 1963 wird er zunächst II. und bis 1971 I. Beigeordneter.

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Bestellnummer: 61611
EAN: 9783756616114
ISBN: 978-3-7566-1611-4
Reihe: Politisches Sachbuch
Erscheinungsjahr: 2023
Auflage: 1
Seitenzahl: 152
Produktinformationen
Dr. jur. Manfred Roeder war „Generalrichter“ in der Militärjustiz des NS-Regimes und ein überzeugter Nationalsozialist. Seine Anklagen und die Todesurteile zeigen, wie kalt er gegen den Widerstand vorgegangen ist. Er blieb bis weit in die 1950er Jahre in die rechtsextreme Szene eingebunden. Mit seinem Umzug nach Glashütten/Ts. im Jahr 1963 wurde er in der Kommunalpolitik aktiv.

Im Auftrag des um eine Aufarbeitung bemühten Gemeindevorstands der hessischen Taunusgemeinde Glashütten hat Benno Hafeneger eine Studie zum Werdegang von Dr. jur. Manfred Roeder vorgelegt. Darin geht es um die Rekonstruktion von dessen Wirken und Fortwirken auch über 1945 hinaus in der kommunalen Politik. Chronologisch und detailliert wird die „Karriere“ von Roeder im NS-Staat und in der Nachkriegsgeschichte sowie der Bundesrepublik bis 1971 von Hafeneger nachgezeichnet und belegt.

Das lesenswerte Buch leistet einen wichtigen personenzentrierten Beitrag zur kommunalen Zeitgeschichte der 1960er Jahre und einen aufklärenden Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur.
Inhaltsübersicht
Vorwort
Hinweis zur Studie

Erste Phase: Sozialisation im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
Biografische Notiz und Ausbildung
Politisch-militärische Sozialisation

Zweite Phase: „Karriere“ in der NS-Zeit
SA-Sozialisation
Reichskriegsgericht – „Rote Kapelle“

Dritte Phase: Nachkriegszeit und 1950er Jahre
Kriegsgefangenschaft, Anklage, Freispruch
Roeder und das Counter Intelligence Corps (CIC)
Organisierter Rechtsextremismus nach 1945 – Roeder bei SRP, DRP und DP sowie dem „Luftwaffenring“
Drei rechtsextreme Klein(st)parteien
Akteur im rechtsextremen Lager
Braune Netzwerke und Treffen nach 1945 – Einstige Militärrichter in Heer, Marine und Luftwaffe
Die „Organisation Gehlen“ (OG) und der BND
Roeder – die OG und der BND
Jagd einer Chimäre
Justizapparat – Militärjustiz – Rechtfertigungsmuster
Ermittlungen – Verfahren
Vernehmungen
Öffentlichkeit

Zwischenfazit

Vierte Phase: Umzug nach Glashütten im Jahr 1963

Fünfte Phase: Kommunalpolitik von 1964 bis 1971
Gemeindevorstand
Kommunalpolitische Funktionen
Themen des Gemeindevorstandes
Neubaugebiet – „Zum Talblick“/ „Im Hirschgarten und Viehtrieb“
Kommunalwahlen und Konflikte
Drei Akteure der Kommunalpolitik: Roeder, Richter, Marktscheffel
Hans Martin Paul Richter – Erster Beigeordneter und Gemeindevertreter
Dr. Fritz Marktscheffel – Gemeindevertreter
Drei Würdigungen für Roeder

Fazit

Exkurs: Ausgewählte historische Daten zu Glashütten
Gemeinde
Wahlen und Bürgermeister
Bürgermeister Heinrich Dorn (Landwirt)
Unternehmer Wilhelm (Willy) Kaus
Juden
Zwangsarbeiter

Reflexion, Fragen, Deutungen
Acht einordnende Anmerkungen
Merkmale der Persönlichkeitsstruktur – eine theoretische Skizze
Offene Fragen und Vermutungen
Forschungsfragen

Schlussbemerkung

Literatur

Autor*innen
Prof. (em.) Benno Hafeneger lehrte und forscht am Institut für Erziehungs-wissenschaft der Philipps-Universität Marburg.
Stimmen zum Buch

Das Extrembeispiel ist gleichzeitig ein Paradebeispiel. […] Denn in der jungen Bundesrepublik kamen auf etlichen Ebenen, in vielen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen Menschen unter, die auch im Nationalsozialismus Funktionen innehatten. In Glashütten zeigt sich, wie aktuell die Aufarbeitung dieses Teils der Vergangenheit noch ist. […] Insofern ist die Studie ein Zeugnis der Klarheit.  

Florentine Fritzen FAZ, 17. Oktober 2023

Kurzbeschreibung
Dr. jur. Manfred Roeder war ein brutaler Militärrichter der NS-Justiz und überzeugter Nationalsozialist. Das zeigen vor allem seine Anklagen und die Todesurteile gegen Mitglieder der „Roten Kapelle. Er bleibt bis weit in die 1950er Jahre in die rechtsextreme Szene eingebunden. Mit seinem Umzug nach Glashütten/Ts. 1963 wird er zunächst II. und bis 1971 I. Beigeordneter.


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