Politikunterricht professionell planen

herausgegeben von
Siegfried Frech, Dagmar Richter
unter Mitarbeit von
Sabine Achour, Gotthard Breit, Siegfried Frech, Thomas Goll, Tilman Grammes, Ulrich Hagemann, Sabine Manzel, Peter Massing, Michael May, Dennis Neumann, Monika Oberle, Kerstin Pohl, Dagmar Richter, Wolfgang Sander, Georg Weißeno

Die aktuelle fachdidaktische Diskussion um Kompetenzen wirkt für Politiklehrerinnen und Politiklehrer noch wenig konkret und zielführend. Worauf bisher eher zögerlich Antwort gegeben werden konnte, war die Frage, was an diesem Unterrichtsverständnis denn neu sei und wie sich dies in der Planung von Unterricht umsetzen lasse. Denn gerade im Politikunterricht hatte man mit dem Bildungsziel der politischen Mündigkeit seit jeher die Urteils-, Handlungs-, Partizipationskompetenz der Schülerinnen und Schüler vor Augen. Ohne klare und praxistaugliche Vorstellungen werden sowohl routinierte Politikle…

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Bestellnummer: 40110
EAN: 9783734401107
ISBN: 978-3-7344-0110-7
Reihe: Didaktische Reihe
Erscheinungsjahr: 2015
Auflage: 1. Auflage 2015
Seitenzahl: 256
Produktinformationen

Die aktuelle fachdidaktische Diskussion um Kompetenzen wirkt für Politiklehrerinnen und Politiklehrer noch wenig konkret und zielführend. Worauf bisher eher zögerlich Antwort gegeben werden konnte, war die Frage, was an diesem Unterrichtsverständnis denn neu sei und wie sich dies in der Planung von Unterricht umsetzen lasse. Denn gerade im Politikunterricht hatte man mit dem Bildungsziel der politischen Mündigkeit seit jeher die Urteils-, Handlungs-, Partizipationskompetenz der Schülerinnen und Schüler vor Augen.

Ohne klare und praxistaugliche Vorstellungen werden sowohl routinierte Politiklehrerinnen und Politiklehrer als auch Referendarinnen und Referendare – mit noch frischer Erinnerung an die eigene 13-jährige Schülerkarriere – wohl an gewohnten Mustern des Unterrichtsaufbaus festhalten. Hier ist die Politikdidaktik gefordert. In diesem Band – basierend auf den Beutelsbacher Gesprächen 2014, gehen die Autorinnen und Autoren folgenden Fragenkomplexen nach:

  • Politik unterrichten – nach Konzepten, nach didaktischen Prinzipien oder völlig anders?
  • Brauchen Lehrerinnen und Lehrer eine professionelle Planungskompetenz?
  • Wie kann die Planung eines kompetenzorientierten Politikunterrichts ablaufen?
  • Wie lässt sich die Planungskompetenz bei (angehenden) Politiklehrerinnen und -lehrern implementieren?
Inhaltsübersicht

Vorwort

Siegfried Frech, Dagmar Richter
Einführung: Politikunterricht professionell planen

Dagmar Richter
Kompetenzorientierten Politikunterricht planen – zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Politik unterrichten: Nach Konzepten, nach didaktischen Prinzipien oder völlig anders?

Thomas Goll
Politikunterricht professionell planen – nach didaktischen Prinzipien, nach Konzepten oder ganz anders?

Michael May
Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung mit Anforderungssituationen und nach politikdidaktischen Prinzipien – eine Skizze

Sabine Manzel, Dennis Neumann
Politikunterricht anders planen: Erkenntnisse der Fachdidaktik und empirischen Bildungsforschung zusammengedacht nutzen

Brauchen Lehrerinnen und Lehrer eine professionelle Planungskompetenz?

Wolfgang Sander
Brauchen Lehrer eine professionelle Planungskompetenz?

Monika Oberle
Planungskompetenz von Politiklehrkräften – Bedeutung und Anforderungen im kompetenzorientierten Unterricht

Kerstin Pohl
Was sollten Politiklehrerinnen und -lehrer lernen und können?

Planung kompetenzorientierten Politikunterrichts

Sabine Achour
Politikdidaktisches Unterrichtscoaching – Ein Vorschlag zur Förderung der Planungskompetenz als Facette fachdidaktischer Professionalität

Gotthard Breit, Georg Weißeno
Kompetenzorientierter Politikunterricht – in neun Schritten vom Modell zur Unterrichtsplanung

Ulrich Hagemann
Wie implementieren wir professionelle Planungskompetenz bei (angehenden) Politiklehrern bzw. Politiklehrerinnen?

Tilman Grammes
Was wissen wir über das professionelle Planungsdenken von Politiklehrerinnen und Politiklehrern?

Peter Massing
Eckpunkte – Konsequenzen für die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung

Abstracts

Autorinnen und Autoren

Autor*innen

Dr. Sabine Achour ist Mitarbeiterin am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin im Arbeitsbereich Didaktik der Politik. Ihre Forschungsschwerpunkte sind politische Bildung im Kontext von Migration, Integration und Islam sowie Heterogenität und Sprachbildung im Politikunterricht. Zurzeit arbeitet sie an einer Konzeption zur kompetenzorientierten Planung für den Politikunterricht.

Prof. em. Dr. Gotthard Breit ist emeritierter Professor für Didaktik des Politikunterrichts an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u. a. die Planung von Politikunterricht, Unterrichtsmodelle und Unterrichtsmaterialien. Zusammen mit Siegfried Schiele war er von 1997 bis 2004 federführend für die „Beutelsbacher Gespräche“ verantwortlich.

Siegfried Frech ist Publikationsreferent bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und verantwortet die Zeitschrift „Der Bürger im Staat“ und die Didaktische Reihe. Er hat einen Lehrauftrag (Didaktik politischer Bildung) am Institut für Politikwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Prof. Dr. Thomas Goll ist Professor für Sozialwissenschaften und ihre Fachdidaktik an der Technischen Universität Dortmund. Seine Forschungsschwerpunkte sind Didaktik der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Politikdidaktik sowie Didaktik des Sachunterrichts mit dem Schwerpunkt sozialwissenschaftliche Perspektive, empirische Lehr-Lern-Forschung, Medien in der politischen Bildung, Zusammenhänge von politischer Bildung und politischer Kultur.

Prof. Dr. Tilman Grammes ist Professor für Erziehungswissenschaft/Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Hamburg. Von 1979–1991 war er Lehrer an verschiedenen Schulen in Berlin. 1992 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Didaktik der Sozialkunde an der Universität Passau, 1993 an die TU Dresden. Seit 1997 ist er Professor an der Universität Hamburg.

Ulrich Hagemann studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Brown University Providence/Rhode Island. Seit 2006 arbeitet er als Lehrer in der Funktion des Oberstudienrates am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Berlin-Pankow und ist dort Fachleiter für das Fach Geschichte. Außerdem ist er seit 2009 Fachseminarleiter für Geschichte, Sozialkunde und Politik beim 6. Schulpraktischen Seminar Berlin-Reinickendorf (S) und koordiniert seit 2011 die Fachseminare für Geschichte, Sozialkunde und Politik der Studienratslaufbahn im Land Berlin.

Prof. Dr. Sabine Manzel ist Professorin für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen, Prodekanin für Studium, Lehre und Weiterbildung und Mitglied im Vorstand des Zentrums für Lehrerbildung (ZLB). Sie verfügt über eine dreijährige Schulerfahrung als Studienrätin in den Fächern Politik und Deutsch.

Prof. Dr. Peter Massing ist seit 2002 Professor für Sozialkunde und Didaktik der Politik am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Fachdidaktik politischer Bildung und zum Politikunterricht vorgelegt.

Prof. Dr. Michael May studierte Sozialkunde und Geschichte für das Lehramt an Gymnasien. 2002–2012 war er Lehrer an einer privaten Berufsschule und am Gymnasium Neue Oberschule Braunschweig (hier Studienrat). Von 2009–2012 war Michael May Fachleiter für Referendarinnen und Referendare am Studienseminar Braunschweig im Fach Politik-Wirtschaft. Seit 2012 ist er Universitätsprofessor für Didaktik der Politik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Dennis Neumann ist seit September 2012 Akademischer Rat a. Z. am Lehrstuhl Fachdidaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen und Leiter des Studiengangbüros Lehramt Sozialwissenschaften. Er verfügt über das 1. Staatsexamen in den Fächern Sozialwissenschaften, Unterrichtsfach Pädagogik und Erziehungswissenschaften (Sek. I/II) der Universität Duisburg-Essen.

Prof. Dr. Monika Oberle hat in Marburg, London und Berlin Politikwissenschaft studiert, an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe promoviert und ist aktuell Juniorprofessorin für Politikwissenschaft/Didaktik der Politik an der Georg-August-Universität Göttingen.

Prof. Dr. Kerstin Pohl ist Professorin für Fachdidaktik Sozialkunde/Politik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie war an der Freien Universität Berlin und der Leibniz Universität Hannover sowie am Georg Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung tätig und hat mehrere Jahre als Lehrerin für Politik und Biologie gearbeitet. Sie forscht und zu den gesellschaftstheoretischen Grundlagen und Konzeptionen der politischen Bildung sowie zu Unterrichtsplanung und -analyse.

Prof. Dr. Dagmar Richter studierte für das Stufenlehramt I, legte das 2. Staatsexamen ab und promovierte 1989 im Bereich der Politischen Bildung an der Universität Hamburg. Ab 1992 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Universität Oldenburg, und seit 1997 ist sie Professorin für Sachunterricht und seine Didaktik an der Technischen Universität Braunschweig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: konzeptuelles Wissen von Schülerinnen und Schülern über Politik, Fragen zu Bildungsstandards Politik.

Prof. Dr. Wolfgang Sander ist Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine kontinuierlichen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Geschichte und Theorie der politischen Bildung. 2008–2010 war er zur Wahrnehmung einer Professur für Didaktik der politischen Bildung an der Universität Wien beurlaubt.

Prof. Dr. Georg Weißeno lehrt an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe und leitet dort die Abteilung Politikwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a.: Arbeit an konzeptionellen Grundlagen des Politikunterrichts.

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Die aktuelle fachdidaktische Diskussion um Kompetenzen wirkt für Politiklehrerinnen und Politiklehrer noch wenig konkret und zielführend. Worauf bisher eher zögerlich Antwort gegeben werden konnte, war die Frage, was an diesem Unterrichtsverständnis denn neu sei und wie sich dies in der Planung von Unterricht umsetzen lasse. Denn gerade im Politikunterricht hatte man mit dem Bildungsziel der politischen Mündigkeit seit jeher die Urteils-, Handlungs-, Partizipationskompetenz der Schülerinnen und Schüler vor Augen. Ohne klare und praxistaugliche Vorstellungen werden sowohl routinierte Politiklehrerinnen und Politiklehrer als auch Referendarinnen und Referendare – mit noch frischer Erinnerung an die eigene 13-jährige Schülerkarriere – wohl an gewohnten Mustern des Unterrichtsaufbaus festhalten. Hier ist die Politikdidaktik gefordert. In diesem Band – basierend auf den Beutelsbacher Gesprächen 2014, gehen die Autorinnen und Autoren folgenden Fragenkomplexen nach: Politik unterrichten – nach Konzepten, nach didaktischen Prinzipien oder völlig anders? Brauchen Lehrerinnen und Lehrer eine professionelle Planungskompetenz? Wie kann die Planung eines kompetenzorientierten Politikunterrichts ablaufen? Wie lässt sich die Planungskompetenz bei (angehenden) Politiklehrerinnen und -lehrern implementieren?

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