Schüler schreiben Geschichte
Kreatives Schreiben im Geschichtsunterricht zwischen Fiktionalität und Faktizität
- von
- Josef Memminger
Kreative Schreibformen können im Fach Geschichte zur Wiederholung und Vertiefung von Inhalten dienen, für Multiperspektivität von Geschichte sensibilisieren, historisches Denken ermöglichen und zur Vermittlung von Gattungskompetenz beitragen.
| Bestellnummer: | 40058 |
|---|---|
| EAN: | 9783734400582 |
| ISBN: | 978-3-7344-0058-2 |
| Format: | |
| Reihe: | Forum Historisches Lernen |
| Erscheinungsjahr: | 2015 |
| Seitenzahl: | 358 |
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Wie viel Verantwortung übernimmt Schule, damit für Jugendliche die deutsche Vergangenheit um der Gegenwart willen präsent bleibt? Welche Formen historisch-politischer Bildung sind im Blick auf „Nationalsozialismus“ und „Rechtsextremismus“ als Themen des Politik- und Geschichtsunterrichts hilfreich? Für die inhaltliche Auseinandersetzung und didaktische Profilierung werden exemplarisch vier Wege der Annäherung an „die Vergangenheit“ beschritten und unter den Stichworten Reflexion – Begegnung – Unterrichten – Anschauung innovativ entfaltet.
Krieg und Frieden sind sowohl aus historischer als auch politischer Sicht von Bedeutung. Der vorliegende Band arbeitet die Begriffe Krieg und Frieden am Beispiel des Ersten Weltkriegs auf. Die Autoren erläutern alltagsgeschichtliche Beispiele und stellen neue Ansätze wie das Konzept des transnationalen Geschichtsunterrichts oder das binationale Projekt des deutsch-französischen Geschichtsbuchs vor. Des Weiteren werden innovative didaktische Ideen wie die Verwendung von Comics sowie Ausstellungsprojekte und medienpädagogische Vorschläge für den Unterricht zum Ersten Weltkrieg geboten. Im historischen Teil werden die Folgen des Ersten Weltkriegs betrachtet, die sich nicht nur auf das 20. Jahrhundert beziehen, sondern bis in die Gegenwart sichtbar sind. Dazu gehört der Versailler Vertrag und die darin festgelegte deutsche Kriegsschuld mit ihren Konsequenzen für das politische Bewusstsein der Deutschen und dessen Auswirkungen im Blick auf den Aufstieg des Nationalsozialismus. Aber auch die Folgen für die Geschichte Russlands bzw. der Sowjetunion, für ganz Osteuropa, den Balkan und den Nahen Osten werden betrachtet. Die Beiträge zur politischen Bildung befassen sich mit dem modernen Friedensverständnis, Perspektiven, Szenarien und Konzepten für eine friedliche Welt. Diese werden auf Grundlage der Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts für Schule und Erwachsenenbildung aufbereitet.
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Das Internet ist ein fest etablierter und rasant wachsender Raum historischen Lernens. Der Umgang mit digitalen Medien findet dabei allerdings weitgehend ungesteuert, ja anarchisch statt. Der Band systematisiert und bündelt die aktuelle fachdidaktische Diskussion und gibt Anregungen für die Unterrichtspraxis. Die Autorinnen und Autoren stammen aus der Geschichtsdidaktik, der Museologie, den Medienwissenschaften, dem Verlagswesen und der Medienproduktion.
In dieser Studie liefert der Autor zunächst einen Überblick über die theoretischen, forschungspragmatischen und praxisrelevanten Bezüge der „Schülererzählung“ im Geschichtsunterricht. Im zweiten, empirischen Teil werden einige typische Muster beschrieben, wie junge Lernende im Alter von ca. 15 Jahren erzählend Geschichte konstruieren und also narrativen Sinn bilden. So wird gezeigt, wie der Geschichtsunterricht ein vertieftes Verständnis für die Narrativität der Geschichte fördern kann.
Forum Historisches Lernen
Niklas Fischer zeigt, wie die „Neue Rechte“ mit ihren Publikationen zentrale Konsense der NS-Aufarbeitung infrage stellt und versucht, das gesellschaftliche „Meinungsfenster“ im Sinne ihrer völkischen Ideologie zu verschieben. Im Mittelpunkt stehen Erzählungen von „deutschen Opfern“, verlorener Identität und angeblicher „Überfremdung“, die als Folge einer vermeintlich linken Hegemonie gedeutet werden. Die Analyse arbeitet die Muster dieser metapolitischen Agitation heraus – von der Klage über die „Nazikeule“ bis zur Kritik am „Schuldkult“ – und macht die Funktion der geforderten „erinnerungspolitischen Wende“ sichtbar. Abschließend entwickelt Fischer Anregungen für einen reflektierten Umgang mit solchen Deutungskämpfen in Bildungsprozessen.
Themen der Ur- und Frühgeschichte sind in Deutschland und Frankreich Gegenstand zahlreicher Unterrichtsmedien und verschiedener Aneignungsformate der Geschichtskultur. Quellen ferner Vergangenheiten werden darin unter dem Einfluss gegenwärtiger Fragen interpretiert und kontextualisiert. Die so entstehenden Narrationen konstruieren Sinn: für Individuen oder gesellschaftliche Gruppen. Der Band zeigt dies anhand ausgewählter Beispiele überwiegend zur Geschichte und Archäologie der Kelten und der Germanen auf. Dabei wird insbesondere das didaktische Potential deutlich, das sich durch kritisches Reflektieren über das Verhältnis von Quelle und Darstellung im Sach- oder Geschichtsunterricht entfalten kann.
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Kriegsnarrative nehmen in den nationalen Gedächtniskulturen eine Schlüsselfunktion ein. Dies trifft insbesondere auf den Zweiten Weltkrieg zu, aber auch auf virulente Kriege in jüngster Zeit. Die Erinnerungen an die Kriege sind im nationalen Geschichtsbewusstsein jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Vor dem Hintergrund der Gewalterfahrungen im 20. Jahrhundert ist die Darstellung des Krieges im Schulgeschichtsbuch eine komplexe Aufgabe. Hohe Anforderungen stellen sich auch an Lehrende und Lernende. Der reflektierte Umgang gerade mit Kriegsnarrativen wird so zum zentralen geschichtsdidaktischen Postulat der vorliegenden Publikation.
In der Geschichtsdidaktik stellen sich angesichts zunehmender Mobilitäts- und Globalisierungsprozesse drängende Fragen nach dem Wert des Nahraums für die Herausbildung eines historischen Bewusstseins. Dieses Buch gibt ausgehend von einer empirischen Untersuchung der Raumwahrnehmung und -deutung von Heranwachsenden Antworten darauf: Das Verständnis von Raumstrukturen und die Wahrnehmung der Historizität des Nahraums zeigen sich als heterogen und abhängig von zahlreichen Faktoren. Zugleich wird deutlich, dass der Nahraum erheblichen Einfluss auf das historische Bewusstsein Heranwachsender hat. Daraus ergeben sich wesentliche Implikationen für die geschichtsdidaktische Forschung und den Geschichtsunterricht.
Bernd Schönemann hat die geschichtsdidaktische Forschung zur Bildungsgeschichte, zum Geschichtsunterricht und zur Geschichtskultur in den letzten Jahrzehnten maßgeblich geprägt. Die in diesem Band versammelten Beiträge greifen seine Positionen und Impulse auf und denken sie weiter. Der Band verweist auf den Kern des geschichtsdidaktischen Forschens und Lehrens Bernd Schönemanns. Die versammelten Beiträge belegen, dass die Erschließung der geschichtsdidaktischen Zentralkategorien Geschichtsbewusstsein und Geschichtskultur längst nicht abgeschlossen ist, sondern sich weiterhin neue Forschungsperspektiven ergeben.
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