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Produktinformationen
Der vorliegende Band geht der Frage nach, wie im Mainstream der Jungenarbeit Geschlecht und Geschlechterverhältnisse „männlich hegemonial“ reproduziert werden. Indem die Jungenarbeit vorgibt, mit adoleszenten Jungen an der Herausbildung einer stabilen männlichen Geschlechtsidentität zu arbeiten, geraten die Bildungskonzepte zunehmend in einen Sog der Verfestigung von Zweigeschlechtlichkeit, aus deren struktureller Begrenzung sich die Jungenpädagogik nicht mehr befreien kann und will. Dabei werden Männlichkeitskonstruktionen weder ausreichend reflektiert, noch gründlich hinterfragt. Vor diesem analytischen Hintergrund macht eine geschlechterkritische Perspektive im Rekurs auf Butler sichtbar, dass neben der erzwungenen Übernahme heteronormativer Zuschreibungen und männlicher Sexuierung im Bildungsprozess insbesondere die Anfechtung und Zurückweisung von Zweigeschlechtlichkeit - als unterstellter Norm - wirkmächtig ist. Das empirische Material liest sich hierbei wie ein Roman adoleszenter Subjektbildung: Was sich im Fokus ethnoanalytischer Verstehenspraxis ausdeuten lässt, ist als Triangulierung und Differenzierung eines autonomen Selbst zu verstehen und versucht sich damit – nicht ganz ungebrochen – nahegelegter Vereindeutigung zu entziehen.
Inhaltsübersicht
Einleitung Problemaufriss und Forschungshypothese 1. Grundzüge einer Theorie adoleszenter Triangulierung 1.1. Psychosoziale Organisationsmuster der Triangulierung Intersubjektivität und dreigliedrige Strukturbildung Selbstwahrnehmung und Objektbildung Ödipale Triade und adoleszenter Konflikt Triangulierung sexueller Repräsentanz Abgrenzung und Separation 1.2. Präsentative Triangulierung und Differenzierung Ambivalenz und Mehrperspektivität Ambiguität und Wir-Erfahrung Symbolisierung triadischer Repräsentanzen 1.3. Symbolische Überschreitung von Geschlechtsidentitäten 1.4. Sprachliche Triangulierung und Differenzierung Assoziieren: Perspektivität als Selbstüberschreitung Kommunizieren: Alter-Ego-Bedürfnis und Selbstkohärenz 1.5. Selbstbehauptung und Anerkennung im Wir-Selbst der Gruppe Konfrontation mit dem realen Anderen Ich und Wir als Abbild der Gruppe Wir-Repräsentanz: Selbst- und Fremdwahrnehmung im Ich 2. Konzeptionen der Jungenpädagogik: Analyse und Kritik 2.1. Heteronormativität als geschlechtertheoretische Grundlage: Strukturen und Verwerfungen 2.2. „Gründungsszenen“ jungenpädagogischer Maßnahmen 2.3. Hegemoniale Männlichkeit als dyadisches Prinzip der „Nachfolge“ 2.4. Jungenpädagogische Handlungsprinzipien Intervention: Handlungsmaxime zur Kompensation „defizitärer Männlichkeit“ Initiation: Herrschaftsförmige Symbolrepräsentation durch Mentorenschaft 2.5. Konzeptionelle Beugungsmuster geschlechtlicher Differenz Kommutation: Modifikation und Austausch „männlicher Geschlechts-Rollen“ Androgynie: Aneignung weiblicher Selbstanteile und „kontrollierte Schizophrenie“ Paternalismus: Zurückweisung „weiblicher Identitätsmuster“ und geschlechtliche Opposition 3 . Methode, Erkenntnistechnik und Interpretation Hermeneutische Verstehenspraxis Modellszenen als Indikatoren „motivationalen“ Handelns Intersubjektivität als Prozessanalyse Bausteine ethnoanalytischer Textinterpretation Vier Interpretationsebenen männlicher Adoleszenz Geschlechtertheoretische Lesarten der „Subjektivation“ 4. Empirischer Teil: Das Jugendbildungsseminar 4.1. Seminarüberblick, Arbeitsraum und Jungengruppe Die Themen der Seminarwoche Seminarraum und Gruppe 4.2. Vorgespräche und organisatorischer Rahmen Erstgespräch mit den Bildungsreferenten Arbeitstreffen zur Seminarvorbereitung 4.3. Kleingruppenarbeit: Triaden der „Selbst“-Erzeugung, Individuierung und Autonomie 4.3.1. Adoleszente Triangulierung und Subjektbildung „Stimmungsbarometer“ und intersubjektive Regulation Intersubjektive Organisation und Handeln in Triaden Gruppenübungen zu „Vertrauensbildung und Partnerschaft“ Kohäsiverfahrungen der Gruppe am Beispiel der „Partnerschaukel“ Repräsentanzen des Außenstandpunktes Identifikatorischer Wechsel und Separation 4.3.2. Symbolisierung triadischer Ordnung im Gruppenselbst Entfaltung von Reflexivität und Urteilsvermögen Reflexive Korrespondenz und trianguläre Kompetenz „Ein Rennen mit verbundenen Augen“ Selbstwahrnehmung innerhalb dyadischer Strukturierungsversuche Aufrechterhaltung von Ambiguität im Gruppenprozess 4.3.3. Triadische Allianzen im Wir-Selbst der Gruppe Die Bedeutung der Klassengemeinschaft Einschluss und Ausschluss Die „Räucherkammer“ als Symbolisierung von Gruppenautonomie und Integrität „Wir machen doch gar nichts“: Selbstreflexivität, Anerkennung und Partizipation 4.4. Geschlechterdiskurse 4.4.1. „Jungen sind...?“ – Geschlechterpositionelle Zuweisungen im Widerstreit Versuche einer Auflösung von Identitätskonstruktionen Verfremdung von Männlichkeitsstereotypen Hierarchisierung im männlichen Binnenverhältnis Fragehorizonte zum Thema „Junge sein“ „Jungen müssen..., Jungen dürfen...?“ „Milch macht uns schwach“: Grenzziehungen hegemonialer Männlichkeit Die Suche nach dem eigenen Weg: Zurückweisung und Desidentifizierung Negativfolien einer Aneignung von Männlichkeit 4.4.2. Sexuierung und Differenzierung am Beispiel „Freundschaft“ Rücksicht nehmen: „Wenn ich große Schritte mache...“ Das „Erdrückende“ des Geschlechterdiskurses Sexuierungszwang und Differenzierungsbedürfnis. Hegemonialität als Ausdruck innermännlicher Rivalität und sexueller Dominanz Heterosexuelle Bettszenen und Treuebruch „Betrug“ als innermännlicher Diskurs Rivalitäts- und Anerkennungskonflikt: Normierung adoleszenten Begehrens 4.4.3. Amalgamisierung hegemonialer Standpunkte zu Männlichkeit Naturalisierung des Phallus im symbolischen Diskurs „Chef sein“: Hegemoniale Positionierungen im innermännlichen Diskurs. Patriarchale Männlichkeit: Abwehr der Introspektion durch Nachahmung 4.4.4. Erotisierung des Körpers im Dienste der Unterwerfung „Neue Väterlichkeit“ als Bemächtigung adoleszenten Begehrens 5. Schlussbetrachtung Zur Rekonstruktion und Bedeutung kollektiver Sinnbildung Zur Kritik geschlechterkategorialer Jugendbildung Literaturverzeichnis
Autor*innen
Thorsten Hunsicker, geboren 1966, Dr. phil. Studium der Soziologie, Psychoanalyse und Pädagogik. Von 1998 – 2006 wissenschaftlicher Angestellter am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt/Main. Forschungsarbeiten zu Adoleszenz, Geschlechterverhältnis und Migration an den Instituten für Sozialisation und Sozialpsychologie sowie Didaktik der Sozialwissenschaften. Mitarbeiter der Kulturstiftung der Länder Berlin im Rahmen des Forschungsprojekts »Hans Poelzig« in Frankfurt/Main. Lehrer an einer integrierten Gesamtschule mit den Fächern Gesellschaftslehre, Arbeitslehre und Deutsch.
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