Was ist politischer Extremismus?
Grundlagen, Erscheinungsformen, Interventionsansätze
Obwohl in Gesellschaft und politischer Bildung weithin Konsens bei der Anerkennung und Verteidigung der Demokratie besteht, entzünden sich an kaum einem Thema derart scharfe Kritiken wie an dem des politischen Extremismus. Das Handbuch für die politische Bildungsarbeit führt kompakt in diese Debatte ein und klärt in Teil I einschlägige Begriffe und historische Entwicklungslinien. Teil II analysiert die antidemokratischen Strömungen der Gegenwart in Deutschland: Rechtsextremismus, Linksextremismus und Islamismus und fasst die Ergebnisse der politik- und sozialwissenschaftlichen Extremismusforschung zusammen. Teil III weitet den Blick auf das Thema im europäischen Zusammenhang, Teil IV widmet sich dem Demokratieschutz und geeigneten Interventionsansätzen.
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| Bestellnummer: | 40641 |
|---|---|
| EAN: | 9783734406416 |
| ISBN: | 978-3-7344-0642-3 |
| Format: | Broschur |
| Reihe: | Wochenschau Wissenschaft |
| Erscheinungsjahr: | 2018 |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 256 |
- Inhaltsübersicht Einleitung 1. Politischer Extremismus als Reizthema in Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft 2. Grundlagen dieses Bandes… Mehr
- Autor*innen Dr. Tom Mannewitz ist Juniorprofessor für Politikwissenschaftliche Forschungsmethoden am Institut für Politikwissenschaft de… Mehr
- Downloads Das Kapitel „Formen des politischen Extremismus“ erhalten Sie hier als Leseprobe (PDF-Download). Mehr
Einleitung
1. Politischer Extremismus als Reizthema in Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft
2. Grundlagen dieses Bandes
3. Aufbau
Teil 1: Grundlagen
Demokratie und Extremismus – Begriffe und Theorien
1. Extremismus und Streitbare Demokratie
2. Formen des politischen Extremismus
3. Populismus und Radikalismus als alternative Ansätze
Extremismus in Deutschland – Kontinuität und Wandel seit der Weimarer Republik
1. Extremismus im Zeitalter der Extreme
2. Weimarer Republik
3. Bundesrepublik Deutschland vor 1989/90
4. Die Entwicklung seit 1989/90
5. Kritik und Gegenkritik am Extremismusansatz
Teil 2: Phänomene in Deutschland
Rechtsextremismus
1. Ideologie
2. Rechtsextremismus vor 1990
3. Parteiförmiger Rechtsextremismus nach 1990
4. Nichtparteiförmiger Rechtsextremismus
5. Abschließende Beurteilung
Linksextremismus
1. Ideologie
2. Linksextremismus vor 1990
3. Parteiförmiger Linksextremismus nach 1990
4. Nichtparteiförmiger Linksextremismus
5. Abschließende Beurteilung
Rechte und linke politische Gewalt
1. Linksextremismus
2. Rechtsextremismus
3. Konfrontationsgewalt
4. Vergleich und abschließende Beurteilung
Islamismus
1. Ideologie
2. Radikalisierung als Gruppenerlebnis
3. Organisationsformen
4. Abschließende Beurteilung
Teil 3: Extremismus in Europa
Extremismus in Europa
1. Wahlergebnisse seit 1990
2. Extremistische Parteien – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3. Nichtparteiförmiger Extremismus
4. Gefährdungspotenziale politischer Extremismen in Europa
Teil 4: Demokratieschutz und Prävention
Repression und Prävention von politischen Extremismen in Deutschland
1. Repression
2. Prävention
3. Thesen zu einer nachhaltigen Extremismusprävention
Demokratieschutz in den EU-Staaten
1. Historisch-kulturelle Rahmenbedingungen
2. Demokratieschutz in den EU-Staaten
3. Die Europäische Union als Streitbare Demokratie
Auswahlbibliographie
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
Dr. Tom Mannewitz ist Juniorprofessor für Politikwissenschaftliche Forschungsmethoden am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Chemnitz.
Hermann Ruch, Studiendirektor a. D., ist Gymnasiallehrer für Deutsch, Sozialkunde und Geschichte und arbeitete bis 2017 als Referent am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in München.
Dr. Tom Thieme ist Professor für Gesellschaftspolitische Bildung an der Hochschule der Sächsischen Polizei in Rothenburg/OL.
Dr. Thorsten Winkelmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Das Kapitel „Formen des politischen Extremismus“ erhalten Sie hier als Leseprobe (PDF-Download).
Wochenschau Wissenschaft
Jugendkultur ist nicht nur urban. Auch auf dem Land schaffen junge Menschen eigene Räume, Gemeinschaften und kulturelle Szenen, oft mit viel Eigeninitiative. Dieses Buch zeigt, wie Jugendliche ländliche Lebenswelten gestalten, welche Rolle Selbstorganisation, Ehrenamt und Teilhabe spielen und wo Ausgrenzung oder fehlende Infrastruktur Handlungsspielräume begrenzen. Empirische Studien und Praxisbeispiele führen von queeren Lebenswelten über Jugendclubs, Feuerwehr und Kirchenräume bis zu Beteiligungsprojekten. So entsteht ein vielschichtiger Blick auf Jugendkulturen jenseits des Stadt-Land-Klischees und auf die Frage, was junge Menschen brauchen, damit ihre Ideen vor Ort Wirkung entfalten.
Alle Gesellschaften erzählen ihre Geschichte ein ums andere Mal, in der Schule und in anderen kulturellen Kontexten. Dabei aber das historische Denken und das Geschichtsbewusstsein zu fördern, ist weniger verbreitet. Denn das bedeutet, die simplifizierten und simplifizierenden Versionen der Vergangenheit infrage zu stellen, die voller nationaler Meistererzählungen stecken. Es ist nötig, diese zu hinterfragen, sich mit den Praktiken von Historikern und Sozialwissenschaftlern auseinanderzusetzen und ein kritisches Denken zu entwickeln. Mit zahlreichen Beispielen aus der Geschichte verschiedener Länder und in verständlicher Sprache, die sich an ein breites Publikum richtet, plädiert Mario Carretero in diesem Buch für eine Geschichtsvermittlung, die sich auf das Verständnis der Komplexität von Geschichte und auf die Entmystifizierung der traditionellen Erzählungen stützt. Das ursprünglich in spanischer Sprache verfasste Buch wurde bereits ins Englische, Französische und Italienische übersetzt. Das Buch enthält einen Epilog über die aktuellen Herausforderungen der KI für die Geschichtsvermittlung.
Kann eine sprachsensible Lernumgebung die Kompetenzentwicklung im Fach Geschichte unterstützen? Die Autorin untersucht dies für das Lesen und Textverstehen im Geschichtsunterricht. Im Mittelpunkt der Studie stehen ein fachtypischer Verfassertext sowie darauf bezogene leseprozesssteuernde Aufgaben. Die Ergebnisse der Intervention deuten darauf hin, dass fachsprachliche Förderung und eine Strukturierung des Leseprozesses das Textverständnis ein- und mehrsprachiger Schüler:innen unterstützen können. Neben empirischen Befunden vermittelt der Band lese- und geschichtsdidaktische Grundlagen eines lesesensiblen Geschichtsunterrichts und gibt praktische Hinweise zu dessen Umsetzung.
In diesem Band sind fachwissenschaftliche und fachdidaktische Arbeiten zu Ausdrucksformen des Antisemitismus versammelt. Eine besondere Rolle spielen dabei der Israel-Palästina-Konflikt und seine Rezeption. Dieser Kontext rückt nach der Zäsur des 7. Oktober 2023 ins Zentrum, führt jedoch zu großen Verunsicherungen in Bildungsinstitutionen. Der Autor liefert Bestandsaufnahmen zum Wissen über Antisemitismus und diskutiert Antisemitismus bzw. Antisemitismusdebatten aus der Perspektive mündigkeitsorientierter politischer Bildung. Er erschließt didaktische Materialien zu Antisemitismus und zum Nahostkonflikt und analysiert (fehlende) Themenfelder, (implizit) enthaltene Annahmen und nicht-intendierte Effekte.
Wie können Konflikte konstruktiv gelöst werden und wie lassen sich Friedensprozesse nachhaltig gestalten? Wie können die Vereinten Nationen, die UN-Charta und das Völkerrecht gestärkt werden? Das Buch analysiert die Risiken, die mit der aktuellen Sicherheitspolitik und der militärischen Aufrüstung verbunden sind. Es liefert Denkanstöße für eine Friedensgestaltung und zeigt Wege auf, wie über Diplomatie und Krisenprävention Konflikte entschärft werden könnten. Das Konzept der Friedenslogik wird vorgestellt und friedenslogisches Handeln erklärt.
Die Frage, wie mit den nationalsozialistischen Verbrechen umgegangen werden soll, beschäftigt die Politik, die Fachwissenschaften und -didaktiken sowie Kunst und Kultur seit dem Ende der faschistischen Herrschaft. Dieser Band schlägt dazu einen breiten, der historisch-politischen Bildung verpflichteten Zugang vor. Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah steht somit immer auch mit der Gegenwart in Verbindung. Der Einzelne reflektiert über die eigene Lebenswelt sowie seine Eingebundenheit in wirtschaftliche und gesellschaftliche (Herrschafts-)Strukturen. Zugleich wird er angeregt, die Gesellschaft – demokratisch und den Menschenrechten angemessen – mitzugestalten.
Was ist Geschichte? Können wir aus ihr lernen? Ist festzustellen, wie es früher gewesen ist? Geschichten sind Narrationen. Wir erzählen sie standortgebunden und absichtsvoll, um Orientierung zu geben oder zu unterhalten. Unsere Geschichten sind gesellschaftliche Konstruktionen von Wirklichkeit. Sie sind wertvoll, aber sie können uns nicht sagen, wie es früher einmal war. Die Vergangenheit zeigt sich uns dort, wo uns etwas von früher befremdet. In alten Texten und materiellen Dingen, mit denen wir nichts anfangen können, konzentrieren sich die Veränderungen, die sich seit damals vollzogen haben. Sie machen uns neugierig. Sie faszinieren uns. Sie befreien uns von unserer Gegenwart.
Die Digitalisierung prägt Bildung und Didaktik grundlegend – auch in der ökonomischen Bildung. Der Sammelband beleuchtet systematisch Chancen, Herausforderungen und Schnittstellen digitaler Entwicklungen. Die Beiträge zeigen, dass Digitalisierung weit über den Einsatz digitaler Technik hinausreicht: Sie verändert epistemische Grundlagen, didaktische Ansätze, Werthaltungen, Rollenbilder und Kompetenzanforderungen. Die Autor*innen thematisieren unter anderem Einstellungen und Kompetenzen von Lehrenden, erweiterte didaktische Möglichkeiten sowie neue Anforderungen, die die Digitalisierung an die ökonomische Bildung stellt.
Dieser Band versammelt Beiträge zur Bedeutung von Kritik in Bildung und Wissenschaft. Im Fokus steht, wie kritische Fachlichkeiten Forschung, Unterricht und gesellschaftliche Transformationsprozesse prägen.
Europa lässt sich als ein offenes Projekt zwischen Idee und politischer Realität verstehen. Dieser Band zeigt, wie Jugendarbeit und Jugendpolitik darin auftauchen – kritisch, vielfältig und im Spannungsfeld von Konflikten und Gestaltungsmöglichkeiten.
Der Eurozentrismus in vielen Menschenrechtserzählungen trägt zu praktischer rassistischer Diskriminierung bei. Für eine kritische politische Bildung gilt es, die theoretischen Grundlagen historischer Bildung und Forschung zu überdenken und zu verändern.
Wie kann das Sprechen über religiöse Vielfalt gelingen, und welche Rolle kommt der Wissenschaft dabei zu? Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zeigen das in diesem Band.
Anhand von konkreten Unterrichtsmaterialien, didaktischen Kriterien und authentischen Sachinformationen eröffnen mehrheitlich communitybasierte Beiträge praxisnahe Zugänge der Politischen Bildung zum sensiblen wie heterogenen Themenfeld.
Was darf Kunst? Dieser Frage gehen die einzelnen Beiträge an konkreten Fallbeispielen aus der Unterrichtspraxis nach. Dabei stehen die Grenzen und Freiheiten von Kunst unter dem Aspekt von Demokratie- und Medienbildung im Fokus.
Seit gut einem Jahrzehnt prägen Kompetenzmodelle und Entwürfe für Bildungsstandards die Diskussionen der Politikdidaktik. Jedoch beruht die bisherige Form dieser „Kompetenzorientierung“ – so die These des vorliegenden Buches – auf der weitgehend unreflektierten Umsetzung bildungspolitischer Vorgaben und dem zweifelhaften Argument der „Anschlussfähigkeit“. Entgegen aller Messbarkeitseuphorie zeigt Christian Meyer-Heidemann die Einseitigkeiten und Widersprüche der so genannten „Empirischen Wende“ der Politikdidaktik auf. Er rehabilitiert einen umfassenderen Anspruch politischer Bildung, der sich nicht auf eine Vermittlung von testbarem Wissen oder einen messbaren Einstellungswandel reduzieren lässt. Seine Argumentation ist inspiriert vom Denken des kanadischen Sozialphilosophen Charles Taylor, dessen wissenschafts- und politiktheoretische Einsichten – gemäß dem politiktheoretischen Ansatz der Politischen Bildung – für zeitgenössische Diskurse der Politikdidaktik herangezogen werden. Schließlich gelangt Meyer-Heidemann zu dem Fazit: Politische Bildung dient vor allem der Selbstbildung und das ihr angemessene Leitbild ist eine gelingende Bürgeridentität.
Rechte Cliquen sind mit ihrem Stil, ihrer Musik, ihren Protestformen und Einstellungen zu einem Bestandteil der deutschen Jugendkultur geworden. Sie stellen Politik, Zivilgesellschaft und Pädagogik vor Herausforderungen, die für die demokratische Entwicklung, politische Kultur und das soziale Klima des Zusammenlebens von besonderer Bedeutung sind. Die vorliegende zweite „Hessenstudie 2007“ untersucht erneut nach der ersten „Hessenstudie 1999“ die Erscheinungs- und Handlungsformen von rechten Jugendcliquen und geht der Frage nach, ob es sich um ein episodales oder um ein längerfristiges, sich verstetigendes Phänomen handelt. Dabei werfen die Autoren einen besonderen Blick auf politische und pädagogische Reaktionen und Umgangsformen in hessischen Kommunen.
Politische Bildung außerhalb der Schule – mitten in der Gesellschaft. In diesem Sammelband werden neue Orte und wichtigen Fragestellungen für die außerschulischen politischen Bildung untersucht. Was gibt es für neue Lernorte und Ansätze im Handlungsfeld, welche Herausforderungen zeigen sich und wie begegnen ihnen politische Bildner:innen?
Der Titel „Selbstständig“ der Festschrift für Andreas Körber betont das Ziel des Geschichtslernens, Schüler:innen zum eigenständigen historischen Denken zu befähigen. Spannende Beiträge adressieren Schwerpunkte von Körbers Arbeit und der Forschung.
Das Buch befasst sich mit der Geschichtsdidaktik in der Weimarer Zeit und in der Zeit des Nationalsozialismus und zeigt ihre Einbindungen in das Feld des Politischen, wie in die Geschichtskulturen jener Zeit.